MAGURA Know-How aus dem Motorradbereich

Viele Technologien der heutigen MAGURA MT Fahrradbremsen haben ihren Ursprung in den bewährten Motorradprodukten von MAGURA. Denn was nur noch die wenigsten wissen: MAGURA hat ihre Wurzeln im Motorradbereich. Ein kleiner Überblick.

Bereits seit 1923 steht MAGURA als Partner von BMW Motorrad für sichere Produkte rund ums Bremsen, Kuppeln, Gas geben und Lenken. Im Laufe der folgenden Jahre kamen weitere Partner hinzu: Kreidler, Zündapp, Horex, NSU Motorenwerke, Tornax und Triumph – um nur einige der bekanntesten Motorradmarken zu nennen. In der Nachkriegszeit ab 1948 profitierte MAGURA, wie die gesamte Motorradindustrie, vom einsetzenden Zweirad Boom: die motorisierten Krafträder wurden zu „Pionierfahrzeugen der Motorisierung“, waren sie im Vergleich zum Auto doch deutlich günstiger in Anschaffung und Unterhalt.

Selbst günstige Autos waren in Deutschland zu dieser Zeit noch immer zu teuer für den Durchschnittsbürger, sodass er aus Kostengründen das Motorrad dem praktischeren Auto vorzog.

In den frühen 50er Jahren schließlich begannen sich die Verhältnisse zu drehen. Klein- und Kleinstwagen kamen auf den Markt und waren nur unwesentlich teurer als schwere Motorräder und teils sogar günstiger als so manches Motorradgespann. Politisch wurde das „Auto für Jedermann“ ein Ziel des wachsenden Wohlstandes, sodass bereits 1957 mehr Autos als Motorräder auf deutschen Straßen zugelassen waren. Die Motorradfahrer wurden weniger, das Auto eroberte die Straße.

Diese Entwicklung läutete eine lange Krise der Motorradindustrie ein, von der auch MAGURA indirekt betroffen war. Als Teilelieferant für viele Motorradhersteller, die nun bankrott gingen, erschloss MAGURA in der Folge zusätzliche Geschäftsfelder – unter anderem in der Fahrradindustrie.

Von „Hydro-Stop“ bis „MT“ – Unverkennbare Motorrad-DNA

1987 brachte MAGURA die weltweit erste hydraulische Fahrradbremse „Hydro-Stop“ auf den Markt, die einige Jahre später mit dem für MAGURA charakteristischen Raceline-Neongelb Kultstatus erreichen sollte. Im Jahr 1997 präsentierten die Ingenieure aus Bad Urach die legendäre Gustav M Scheibenbremse und eroberten mit ihr das MTB-Segment. Ganze 13 Jahre später wurde diese von der heutigen MT-Scheibenbremsen abgelöst.

Ob Hydro-Stop, Gustav M oder MT, eines haben die Produkte gemeinsam: Die Inspiration von Design und Funktion stammt von den MAGURA Motorradprodukten. Werfen wir einen Blick auf die Highlights unserer Entwickler.

MAGURA MT Bremssättel vs. Supermoto-Bremssättel

Die legendäre MAGURA Gustav M war ein technologischer Meilenstein mit herausragender Bremsperformance. Schon ihre Konstruktion war an die von Motorradbremssätteln angelehnt. Aus der Schwimmsattel Konstruktion mit zwei Kolben wurde die Festsattel-Konstruktion mit vier Kolben, der MT7 Bremssättel abgeleitet.

Als Blaupause für die MT7 Bremssättel stand das entsprechende Produkt aus dem Motorradbereich Pate. Damals, 2004 bis 2012, hatte MAGURA die 750er Bremssättel für Supermotos im Sortiment. Die Bremssättel waren geschmiedet, während sich die CNC-gefrästen Kolbendeckel farblich vom Rest des Bremssattels abhoben.

Nimmt man eine MT7 in die Hand, werden die Parallelen deutlich: Der Bremssattel ist aus einem Stück geschmiedet und die Kolbendeckel lassen sich mit farbigen Kunststoffringen optisch individualisieren. Hinter dem ersten Eindruck steckt aber noch mehr. Die Erfahrungen aus dem Motorradbereich flossen bei Überlegungen zu Steifigkeit, Hitzemanagement und Dimensionierung der Kolbendurchmesser mit ein. So ist das „Triple Arch Design“ des MT7 und MT5 Bremssattels aus dem Design der Supermoto Bremszange entstanden und bezeichnet eine Technologie, die zu Versteifung des Gehäuses entwickelt wurde. Darüber hinaus kamen im Supermoto Bremssattel vier einzelne Beläge zum Einsatz. Ein Feature, auf das im Fahrradbereich serienmäßig nur die MAGURA MT7 setzt. Mit Erfolg: Die Summe der Features, die aus dem Motorradsektor übernommen oder speziell für die MT7 entwickelt wurden, ergeben eine Bremse, die in unabhängigen Tests und auf Prüfständen bereits mehrfach ihre enorme Bremsperformance unter Beweis gestellt hat und einen würdiger Nachfolger der Gustav M darstellt.

 

HC3 Ratio Adjust vs. 3-fach verstellbarer Hebellagerpunkt bei HC3

Wäre es nicht schön, wenn sich das Bremsverhalten den verschiedensten Gegebenheiten anpassen ließe? Das dachte sich auch Danny MacAskill, der seit Jahren zur Spitze der Weltelite in Sachen Trial und Street-Trial gehört. Also machte sich die Entwicklungsabteilung von MAGURA an die Arbeit – und wurde beim Motorradpendant HC3 fündig.

Der MAGURA HC3 Radialbremszylinder ermöglicht die individuelle Einstellung des Handhebelgefühls. Erreicht wird das durch den dreifach verstellbaren Hebellagerpunkt. Je nachdem, in welchem der drei Lagerpunkte sich die Achse befindet, verändern sich benötigte Handkraft und Hebelweg beim Bremsen. Das Besondere an dieser Lösung ist, dass in allen drei Hebellagerpositionen eine voll-radiale Betätigung des Kolbens im optimalen 90° Winkel möglich ist.

Inspiriert von diesem Alleinstellungsmerkmal des HC3 Radialgeberzylinders fürs Motorrad, wurde der gleichnamige HC3-Hebel für die MAGURA MT entwickelt. Der konstruktionstechnische Ansatz unterscheidet sich zwar vom Motorrad-Pendant, erzielt in der Praxis aber einen vergleichbaren Effekt. Mit dem HC3-Hebel lässt sich das Bremsverhalten der MAGURA MT ganz nach Wunsch einstellen: leicht modulierbar bei rutschigen Untergründen oder sehr bissig, wenn es auf kurze, harte Bremsungen ankommt.

 

MAGURA MT Trail SL vs. Husqvarna Bremssystem

Das Konzept der MT Trail und MT Trail SL ist einmalig: vier Kolben vorne, zwei Kolben hinten. Vorne, wo hohe und gut modulierbare Bremskraft benötigt wird, verrichten vier Kolben ihre Arbeit, während hinten zwei Kolben ausreichen. Damit bietet die MT Trail SL optimale Bremsperformance bei niedrigem Gewicht.

Aber auch das Konzept der MT Trail SL ist nicht aus dem hohlen Bauch heraus entstanden, vielmehr hat es seinen Ursprung im Motocross-/Enduro-Bereich. Dort gilt nämlich schon seit langem die Devise: vorne mehr Kolben als hinten.

MAGURA MT Geber vs. HC3 Radialgeberzylinder

Seit der ersten Marta und der zweiten Louise Bremsengeneration besitzen die Scheibenbremsen von MAGURA Radialgeberzylinder. Bei radialer Bauweise bewegt sich der Bremskolben senkrecht zum Lenker, wohingegen eine axiale Konstruktion des Gebers ihn parallel zum Lenker bewegt. Das Ergebnis sind eine kompakte Bauweise und ein besonders direktes Bremsgefühl.

Ursprünglich stammt diese Technologie aus dem Motorradbereich. Auf der Rennstrecke, wo harte Bremsvorgänge zur Regel gehören, spielen Radialgeberzylinder ihre Stärke aus. Sie liefern bei Bremsvorgängen präzises Feedback von Untergrund und Bremse, sodass der Fahrer den Grenzbereich zwischen maximaler Verzögerung und einem blockierten Vorderrad optimal ausnutzen kann. Aber auch auf der Straße sorgt diese Technologie für zusätzliche Sicherheit. Trotz fortschrittlicher ABS-Systeme bieten Radialgeberzylinder auch dort ein präziseres und direkteres Bremsgefühl als umgelenkte Axialbremszylinder.

Ausgehend von den positiven Erfahrungen im Motorradbereich übernahmen die MAGURA Ingenieure diese Konstruktionsform auch für die Geber der MT-Serie. Mit Erfolg: Die vielfach preisgekrönten MT-Bremsen bieten dank der Radialgeber auch ein direktes Handhebelgefühl und übermitteln präzises Feedback vom Vorderrad, was besonders in technischen Passagen enorme Vorteile und ein Plus an
Sicherheit mit sich bringt.

 

 




MT7 Pro
4-Pistons

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HC3
Radial Brems- und Kupplungsgeberzylinder

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1-Finger HC3 Hebel


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MT Trail SL
Trail Combination

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