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MARTA

MARTA - FAQ

1. Für welchen Typ Biker ist Marta gedacht?

MARTA - eine Bremse für alle Einsatzzwecke!

Alle Marta Modelle ab 2009 sind vielseitig einsetzbare Scheibenbremsen für FahrerInnen, die finanziell keine Limits setzen und ein Faible für schöne Teile haben.

Neu 2010:
Marta ist nicht mehr nur eine reine Leichtbaubremse für den Cross Country- bzw. Marathon-Einsatz, sondern über unterschiedliche Bremsscheiben sehrwohl auch für den All Mountain-, Enduro-, aber auch für den Freeride- bzw. Downhill-Einsatz konzipiert bzw. freigegeben! Das heißt: diese sehr leichte Bremse kann auch für die sehr harten Anforderungen im Freeride und Downhill verwendet werden, eben abhängig von der verwendeten Scheibe!

MAGURA empfiehlt für Freeride bzw. Downhill die Scheiben mit dem gelochten SL-Rotor, oder noch besser: die sog. Ventidisc, die Scheibe fürs "Grobe" bei MAGURA - dann idealerweise in 203 mm Ø!

Natürlich ist diese Scheibe etwas schwerer, bietet aber den Vorteil, dass sie vom thermischen Verhalten, vom Gesamtwärmehaushalt der Bremse, so absolut im "grünen Bereich" bleibt, egal unter welchen Bedingungen!

Fazit für das Jahr 2010: MAGURA spricht mit der Marta nicht mehr nur die ursprüngliche Zielgruppe der Leichtbauanhänger an, sondern ist ab sofort universell einsetzbar!  

XC-Race
XC
Allmountain
Enduro
Freeride
2. Was tun bei ungleichmässigem Kolbenrückzug?

  • Achten Sie auf den korrekten Anbau der Bremszange und lassen Sie ggf. Ihre Bremszangenaufnahmen nacharbeiten (Gnann-o-mat)
  • Wir empfehlen, falls Ihre Bremse noch nicht damit befüllt ist, den Umstieg auf das BLAUE MAGURA Royal Blood, das im Frühjahr 2002 eingeführt wurde. Es zeichnet sich aus durch wesentlich verbesserte Schmiereigenschaften, was zu direkterem Ansprechen und besserer Modulation der Bremse führt.
  • Mobilisieren Sie ggf. den an der Dichtung angetrockneten Kolben wie im Techtipp links beschrieben!

MAGURA Gnann-o-mat Fräswerkzeug. Für den Heimwerker zu teuer, Ihr Passion Point Händler müsste einen haben!
MAGURA Royal Blood Mineralöl.
3. Was tun bei Quietschproblemen?

Das Quietschen bei Fahrradscheibenbremsen kann viele Ursachen haben. Drucken Sie sich bitte das untenstehende PDF aus, auf dem ALLE Tipps als Checkliste vermerkt sind, die schon in vielen Fällen geholfen haben.

Ansonsten sei noch folgendes angefügt: Es wird immer wieder von Kunden angeführt, MOTORRAD-Scheibenbremsen würden auch nicht quietschen. Das mag ja stimmen, nur sollte man eines nicht vergessen: Bei einem Motorrad wiegen Bremszange und -scheibe locker mehrere Kilogramm. Beim Fahrrad, wo bekanntlich ALLES dem Gewicht untergeordnet ist, kann die wenig vorhandene Masse zu einer Schwingungsproblematik führen, die wiederum zu Quietschen führen kann (nicht muss). Folglich ist ein Leichtgewicht wie eine Marta Disc eher mit einem Quietschrisiko behaftet als unser Schwergewicht, die Gustav M.

Es wird wohl keinem Hersteller von Scheibenbremsen für Fahrräder gelingen, die herrschenden Gesetze der Physik auszuhebeln. Wenig Gewicht = erhöhte Gefahr von Schwingungen = erhöhte Gefahr von Quietschen. Leute, die nicht auf jedes Gramm schauen (das gilt auch für Anbauteile wie Laufräder, Schnellspanner, Federgabel etc.) wissen schon längst: Sie fahren "ruhiger".

Zu guter Letzt: gemäß unseren Erfahrungen quietschen ALLE Scheibenbremsen bei Nässe, zumindest solange, bis der Wasserfilm auf der Scheibe durchbrochen ist.

Motorradzange und -scheibe: 1,89 kg
Marta-Zange und -scheibe: 218 Gramm!
4. Was tun bei Anbauproblemen (schiefer Bremssattel, schwammiger Druckpunkt)?

Im Gegensatz zu Cantilever- Felgenbremsen, wo in Bezug auf die Fertigungstoleranzen beim Fahrradrahmen nach der Formel "Pi mal Daumen" gearbeitet werden kann, verlangen Scheibenbremsen nach sehr geringen Toleranzen. In der industriellen Großserienfertigung von Rahmen und Gabeln werden diese leider nur selten eingehalten.

Stellen Sie sicher, dass die Aufnahmen an Gabel und Rahmen frei von Farb- und Pulverungsrückständen sind. Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie ein Fachgeschäft - idealerweise einen MAGURA Passion Point auf, der Ihnen mit dem Gnann-o-mat, einer Fräse, Ihre Bremszangen-Aufnahmen so bearbeitet, dass Ihre Bremszange astrein montiert werden kann.

 

Gut vorbereitete Disc Aufnahmen sind elementar wichtig für einen korrekten Scheibenbremsen-Anbau.
Die MAGURA Gnann-o-mat Fräse - Ihr Passion Point macht damit Ihren Rahmen fit für den Scheibenbremsen-Anbau.
MAGURA Passion Point - Der Spezialist hilft gerne weiter!
 Handbuch Gustav M 2009  - 2.6 MByte
 Handbuch Marta 2009  - 3.2 MByte
 Handbuch Louise 2009  - 3.0 MByte
 Handbuch Julie hp 2009  - 3.0 MByte
5. Wie bremse ich die Bremsbeläge optimal ein? Wie wichtig ist das überhaupt?

Das Einbremsen neuer Bremsbeläge ist wichtiger, als häufig angenommen wird. Zum einen stellen sich die beiden Reibpartner (Bremsscheibe und Bremsbelage) aufeinander ein, wodurch die hohe Bremskraft der Scheibenbremsen erzielt wird. Zum anderen wird die Bremse durch das richtige Einbremsen deutlich standfester.

Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Strassenverkehrs, aber vorzugsweise auf Aspahlt, in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen.

ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge noch einmal richtig heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie hierfür auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet.

Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester

Neue Bremsen und/oder Beläge oder Scheiben IMMER einbremsen!
6. Gibt es Ersatzkolbenkits und Dichtungssätze?

MAGURA hat noch nie separate Kolben oder deren Dichtungen für Bremsgriff und -zange angeboten, da bei selbst zusammengebauten Teilen dieser Art KEINE sichere Funktion gewährleistet werden kann.

Es ist immer davon auszugehen, dass im Falle einer Undichtigkeit in aller Regel die Kolbenlaufbahnen in Bremsgriff und -zange Riefen aufweisen. Der Austausch der Kolben allein hilft also in aller Regel gar nichts bzw. ist nur eine Hilfe von kurzer Dauer!

Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen!

Ausnahme: Der Deckel des Ausgleichsbehälters und dessen Dichtung, die sog. Membran, auch Balg genannt! Dieser Deckel inkl. Membran ist auch separat erhältlich und kann bei einer Undichtigkeit gewechselt werden!

Ersatzteillisten sind in den Workshop Handbüchern des entsprechenden Bremsenmodells enthalten, die Sie sich im Format A4 bis zum Modelljahr 2000 im Downloadbereich herunterladen können.

Wir weisen darauf hin, dass werksseitig nicht mehr alle Ersatzteile für frühere Baujahre vorhanden sind! Diese werden, soweit möglich, durch kompatible Baujahre des AKTUELLEN Modelljahres ersetzt.

Ersatzkolben und deren Dichtungen gibt es bei MAGURA Bremsen NICHT separat zu kaufen. Im Falle einer Undichtigkeit wird immer der/die komplette Griff/Zange ausgetauscht!
7. Woran erkennt man abgefahrene Bremsbeläge?


Vergessen Sie nicht: Auch die Bremsbeläge von Scheibenbremsen unterliegen einem Verschleiss!

Kontrollieren Sie deshalb REGELMÄSSIG die Dicke Ihrer Beläge!
Verwenden Sie hierfür die mit Ihrer Bremse mitgelieferte Transportsicherung!

 Achtung: Die minimale Dicke eines Bremsbelages inkl. Belagsträger beträgt 2,5mm.

Die Bilder, ferner das Workshop Manual ihrer Bremse zeigen Ihnen, wie die Beläge kontrolliert und nötigenfalls gewechselt werden!

Belagprüfung bei GEZOGENEM Hebel: Hier sind die Beläge o.k.!
..und  hier müssen die Beläge gewechselt werden!
Alternative: Ausgebauter Zustand - Beläge sind hier o.k.
...hier müssen sie gewechselt werden!
8. Warum lohnt es sich nicht, Bremsbeläge von anderen Herstellern zu verwenden?

MAGURA Scheibenbremsen sind ausschließlich mit original MAGURA Scheibenbremsen-Belägen zu fahren, die mit einer ORGANISCHEN (aus Gummi- , Metall- und Rußteilen unter hohem Druck gepressten) Belagsmischung bestehen. Der Belag wirkt hier als zusätzlicher Isolator, der dazu beiträgt, dass die beim Bremsen auftretende Wärme so gut wie möglich vom Übertragungsmedium, dem Royal Blood Mineralöl, ferngehalten wird, was zu Überhitzung desselben und Totalausfall führen könnte.

Fast sämtliche Beläge, die auf dem Markt als "billiger, länger haltbar etc." verkauft werden sind "GESINTERTE" Beläge. Bei diesen besteht die Belagsmischung gänzlich aus kleinsten Metallspänen und -verbindungen. Bei Verwendung dieser Beläge riskiert man eine Überhitzung der Bremse mit daraus resultierendem TOTALAUSFALL. Sie verlieren sämtliche Garantie- und Haftungsansprüche gegenüber MAGURA!

Ca. 35% der bei MAGURA eingegangenen Reklamationen sind auf die Verwendung von solchen Belägen zurückzuführen! Eine Reparatur erfolgt in diesem Fall NUR GEGEN BERECHNUNG!. Weisen Sie ggf. Ihren Händler darauf hin, auf welch dünnes Eis er sich begibt, wenn er Ihnen solche Beläge verkauft, bzw. zeigen Sie ihm den Ausdruck dieser Seite!

Garantie und Produkthaftung gewährleistet: Original MAGURA Beläge.
Verwenden Sie nur MAGURA Originalbeläge!
9. Auf längeren Abfahrten wird meine Marta i.V. mit den schlanken 160 mm SL-Scheiben sehr heiss und verliert stark an Bremsleistung. Was kann ich dagegen tun?

Was sie beschreiben, nennt sich in der Fachsprache "Fading". Werden Bremsbeläge und -scheibe auf langen Abfahrten zu heiss, sinkt der Reibwert zwischen den beiden Partnern. Dies muss durch höhere Handkräfte kompensiert werden.

 

Abhilfe: Bei der Verwendung der sehr leichten 160 mm SL-Scheiben ist eine andere Bremstechnik anzuwenden, als bei Felgenbremsen, da die entstehende Hitze komplett von der Bremse aufgenommen werden muss.

  • Öffnen sie daher die Bremse auf langen Abfahrten regelmäßig für ein paar Sekunden oder benutzen sie Vorder- und Hinterradbremse abwechselnd. So verhindern sie, dass die Bremse zu heiss wird und ins Fading kommt.
  • Ist das Gelände zu steil für diese Bremstechnik bleibt ihnen nichts anderes übrig, als bei einsetzendem Fading anzuhalten und eine kurze Pause einzulegen.  

Darüber hinaus gibt es die Marta optional auch als Handelsversion in Verbindung mit superschlanken 180 und sogar 203 mm Ø Rotoren, was die Standfestigkeit nochmal deutlich gegenüber der 160er Variante erhöht!

Ferner sind auch die SL-Scheiben der Louise, aber auch die Ventidiscs in den Groessen 160, 180 und 203 mm Ø freigegeben! MAGURA empfiehlt die 203 mm Ventidiscs für den Freeride- u. Downhilleinsatz!

Siehe auch Faq Nr.1: "Für welchen Typ Biker ist Marta gedacht?"   

 Workshop Handbuch 2010  - 2.6 MByte
10. Welche Bremsscheiben sind für Marta und Marta SL von MAGURA freigegeben?

Einige unserer Bremsen können mit unterschiedlich großen Scheiben ausgestattet werden - auch für Marta und Marta SL sind mittlerweile folgende Scheiben u. -durchmesser freigegeben:

v.l.n.r.:

Marta-SL Scheiben mit ungelochtem Reibring für Cross Country u. Marathon
SL-Scheiben mit gelochtem Reibring für All-Mountain u. Enduro
Ventidisc für Freeride u. Downhill!

Je nach Scheibengröße sind auch Überschneidungen im Einsatzbereich möglich!

11. Welche Tuningmöglichkeiten gibt es für die MAGURA Marta Scheibenbremsen u. wovon rät MAGURA explizit ab?

MAGURA ermöglicht vielerlei Umbauten seiner Bremsen, ohne dabei den Haftungs- und Garantieanspruch zu verlieren.
Bei den Marta Modellen gibt es aber kaum noch etwas zum Tunen, da diese Bremsen bereits im Serienzustand am "optimalen Limit" sind.
Es bleiben übrig:

  • Stahlflex-Leitung
  • Beläge: je nach Anwendungsfall Endurance Beläge montieren (erhöhte Lebensdauer)
  • 180mm oder 203mm SL-Rotor im superschlanken Design! (S.Zubehör und Workshophandbuch) 
  • Ventidiscs in 160, 180 und 203mm Ø (s. Zubehör und Workshophandbuch)
  • Carbonhebel bei der "normalen" Marta 

 

 

ACHTUNG: Verwenden Sie AUSSCHLIESSLICH MAGURA Originalersatzteile und KEINE Teile von Fremdanbietern! Dies führt unweigerlich zum Verlust von sämtlichen Haftungs- und Garantieansprüchen und kann, wie in diesem Fall einer 140-er Fremdscheibe eines US-Anbieters, richtig gefährlich werden!

Besserer Druckpunkt, optischer Leckerbissen: Die Stahlflex-Leitung.
Performance- oder Endurance Beläge stehen zur Auswahl.
Superschlanker SL Rotor auch in 180 und 203mm: Nachrüstbar bei allen Marta Modellen.
Ventidiscs in 160, 180 u. 203mm Ø sind als Zubehör auch für alle Marta Modelle kompatibel.
12. Kann man eine Marta-Bremszange mit Shimano Dual Control Hebeln kombinieren?

KEINE MAGURA Scheibenbremsen-Zange kann mit Shimano Dual Control Hebeln (den integrierten Schalt-Bremsgriffen) kombiniert werden!

Die EINZIGE offizielle MAGURA-Aussage lautet wie folgt: Es war und ist NICHT möglich, diese Einheiten miteinander zu verbinden und zwar aus folgenden Gründen:

  • Die mechanischen und hydraulischen Übersetzungsverhältnisse sind vollkommen unterschiedlich ausgelegt!
  • Selbst wenn Shimano wie MAGURA Mineralöl als Medium verwendet, sind die Öle unterschiedlicher Natur.
  • Es gilt die GENERELLE Aussage: Wer Teile von Herstellern "mischt", verliert SÄMTLICHE Haftungs- und Garantie-Ansprüche (das gilt selbst für "kleinere" Teile der Grundgesamtheit wie Bremsscheiben).

FAZIT: Bitte keine Experimente! Wer sich nicht an die o.a. Aussagen hält, gefährdet sich und andere!

KEINE MAGURA Scheibenbremse kann mit Dual Control Hebel kombiniert werden!
Dual Control Griffe und MAGURA Bremsen können NICHT kombiniert werden!!
13. Sind Marta und Marta SL mit der Rohloff Speedhub kompatibel?

Ja, i.V. mit einer 160er-Bremsscheibe u. deren grösserem Zentrierdurchmesser!

Den Marta SL-Rotor im Wave-Design gibt es nun auch v. Magura passend für die Rohloff Speedhub!

Weitere Infos zum Thema Speedhub direkt bei Rohloff. <=klick

Rohloff-SL-Scheiben
14. Ab wann muss man eine MAGURA-Bremsscheibe ersetzen?

Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).

15. Wie funktioniert die automatische Nachstellung bei Scheibenbremsen?

Die automatische Belagsnachstellung funktioniert wie folgt:

Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.

Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.

Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.

Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.

Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.

So funktioniert die automatische Nachstellung....
...und hier animiert, zum besseren Verständnis!
16. Offenes oder geschlossenes System - wie funktionieren MAGURA-Scheibenbremsen?

Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".

OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!

 

 

So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern!  Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!

Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!

Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

 

Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

17. Wie reinigt man eine MAGURA-Scheibenbremse?

Verwenden Sie zum Reinigen einer MAGURA Scheibenbremse

  • KEINE Lösungsmittel!
  • KEINEN Dampfstrahler!
  • KEINEN harten Wasserstrahl!

 Verwenden Sie ein trockenes, sauberes Tuch zum Reinigen v. Scheibe u. Bremszange! ACHTUNG: Für die Scheibe ein separates Tuch verwenden!  

Normalerweise sind warmes Spülwasser und eine Bürste vollkommen ausreichend! ACHTUNG: Öliges Dreckwassser nicht über die Beläge laufen lassen - selbige vorher ausbauen!

Eine verölte Scheibe kann ebenfalls mit warmem Spülwasser gereinigt werden! Anschließend ausreichend mit klarem Wasser spülen!

Alternativ, oder bei extremer Fett- bzw. Öl-Kontamination der Scheibe(!), kann billiger Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke, oder der MAGURA Bremsenreiniger verwendet werden!

Vorsicht: Manche "Bremsenreiniger" des Marktes  enthalten zweifelhafte Inhaltsstoffe, sind evtl. ökologisch bedenklich u. setzen u.U. sogar die Bremskraft ihrer Scheibenbremse herab

Verölte Beläge sind ZWINGEND zu ersetzen!

Ölen Sie auf KEINEN Fall die Kolben der Bremszange!

Fazit: Keep it simple - warmes Spülwasser und ein bisschen Zeit sind die besten Reinigungsmittel!

Warmes Spülwasser: Billig, effizient, ökologisch!
Praktisch, aber kein Muss: Der Bremsenreiniger von MAGURA.
18. Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?

NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.

 

ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!

Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.

Transportsicherung IMMER zwischen Beläge stecken, wenn das Laufrad zum Transport demontiert wird.
Bei montiertem Laufrad (oder Transportsicherung),  den Hebel ziehen und wie gezeigt fixieren.
19. Mitnahme von MAGURA Scheibenbremsen im Flugzeug bzw. Transport im allgemeinen?

Bei der Mitnahme eines Bikes mit MAGURA Scheibenbremsen im Flugzeug sind keinerlei Sicherheitsvorkehrungen (wie Ablassen des Öls etc.) notwendig. Die Transportkabinen von Flugzeugen verfügen heutzutage über einen Druckausgleich und machen dies nicht mehr notwendig.

Es empfiehlt sich IMMER, bei eingebautem Laufrad oder montierter Transportsicherung den Bremshebel durchzuziehen und mit einem Einmachgummi o.ä. in dieser Position zu sichern, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass Bikes in Flugzeugen auch auf dem Kopf stehend transportiert werden, was bei Restluft im Ausgleichsbehälter unter Umständen Luft ins System bringen kann.

Montieren Sie ferner bei ausgebautem Laufrad IMMER die mitgelieferte Transportsicherung!

Bremshebel bei Transport immer so fixieren (Gummi, Kabelbinder)
Ein MUSS bei Transport mit demontiertem Laufrad: Transportsicherung.
Ein MUSS bei Transport mit demontiertem Laufrad: Transportsicherung.
20. Muss MAGURA Royal Blood regelmässig gewechselt werden? Verändert sich im Laufe der Zeit die Qualität des Royal Blood z.B. der Siedepunkt?

MAGURA Royal Blood altert nicht nennenswert und zieht, im Gegensatz z.B. zu hygroskopischer (=wasseranziehender) DOT-Bremsflüssigkeit anderer Hersteller, kein Wasser - ergo: der Siedepunkt von Magura-Royalblood liegt bei 1013mbar atmosphärischem Normaldruck immer, auch nach Jahren, bei ungefähr +190°C!

Der Siedepunkt v. DOT-Bremsflüssigkeit sinkt dagegen im Laufe der Zeit u.U. auf bis zu +155°C (mind. Nasssiedepunkt v. DOT4)

Fazit: Ein turnusmäßiger Wechsel des MAGURA Mineralöls ist, im Gegensatz. zu DOT-Bremsflüssigkeit, NICHT erforderlich!

Verfärbungen des im Neuzustand blauen Royal Blood Öls ins schwarze hin kommen von Rußpartikeln der Leitung (die damit aus Gründen der UV-Beständigkeit eingefärbt ist), bzw. Abrieb der Kolben und -ringe. Diese schwarze Verfärbung ist kein Grund zur Beunruhigung und hat keinerlei negative Auswirkung auf die Funktion der Bremse.

Übrigens: Manch ein MAGURA-User fährt seit 6-7 Jahren mit einer MAGURA Bremse, ohne sie jemals neu befüllt zu haben.

Royal Blood muss NICHT periodisch gewechselt werden, ist unproblematisch zu Rahmen und v.a. Haut und Augen - sprich absolut schrauberfreundlich!
21. Wie schützt man eine MAGURA Bremse vor Bruch bei leichten Umfallern?

Unbedingt Drehmoment der Bremsgriffschraube beachten!!

 

TIPP: Bremsgriff sollte sich mit KRAFT um den Lenker drehen lassen (alter Motocross-Trick!).

Ein durch einen Sturz oder Umfaller zu Bruch gekommener Bremsgriff ist KEIN Garantiefall!

Bremsgriff nur soweit anziehen, dass er sich mit Krafteinsatz noch verdrehen lässt!
MAGURA