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GUSTAV M

GUSTAV M - FAQ

1. Für welche Fahrer ist Gustav M gedacht?

Gustav M ist unsere mit Abstand robusteste Bremse, die auch in den heißesten Situation cool bleibt. Deshalb ist sie auch offiziell von uns für den Tandem-Betrieb freigegeben, wo die mit Abstand härtesten Belastungen auftreten.

 

Dies beantwortet eigentlich sämtliche anderen Fragen im voraus.

 

Wir empfehlen Gustav M insbesondere auch Kunden der Gewichtsklasse deutlich über 100 kg, die regelmäßig ins Hochgebirge gehen oder aber enorm lange Abfahrten unternehmen.

Wie man sieht: das Mehrgewicht der Gustav M kann sich lohnen, wenn die o.a. Bedingungen vorliegen.

2. Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen?

Ja, es existieren diverse Gustav M-Versionen seit Einführung dieser Bremse im Jahre 1997.  Seit 2003 wird die Gustav M unverändert mit ein und derselben Zange und Bremsgriff ausgeliefert - never change a winning horse!

Es gibt diverse Sattelhalter für verschiedene Federgabeltypen bzw. -befestigungsstandards! Informieren Sie sich im untenstehenden pdf, dem Zubehörbereich oder dem aktuellen Workshop Handbuch.

Gustav M mit 210-er Scheibe auf IS Gabel
Gustav M mit 210-er Scheibe auf Postmount Gabel
Die Zange ist immer dieselbe, der Sattelhalter macht's aus!
3. Wie kürze ich die Bremsleitung meiner Gustav M? Was muss ich beachten?

Alles was man dazu wissen muss steht im Workshop unter

Pkt.6. "Bremsleitung kürzen"!

Tipp:

 

  • VOR dem Abschrauben des M8x0,75 Fittings am Griff, das Laufrad demontieren u. die gelbe Transportsicherung mit der schmalen, langen Fläche zw. die NEUEN(!) Beläge schieben u. durch 1-2x Pumpen am Hebel klemmen!

    Merke: Das System darf nur geöffnet werden, wenn zuvor die Transportsicherung wie oben beschrieben zwischen die Beläge gesteckt worden ist, anderenfalls zieht der Balg innerhalb des Ausgleichsbehälters Luft in diesen! Anm.: Häufiger Grund für durchsackende Bremshebel bzw. Verlust des Druckpunktes!

  • Leitung so nahe wie möglich an der Schnittstelle festhalten! Nur so wird sichergestellt, dass kein Mineralöl herausgeschleudert wird, welches ansonsten i.d. Leitung fehlen würde!

 

ACHTUNG: Der Klemmring u. die Stützhülse innerhalb des abgelängten Leitungsstückes dürfen NICHT wiederverwendet werden! Es ist zwingend sowohl eine neue Stützhülse, als auch ein neuer Klemmring zu verpressen; anderenfalls wird Mineralöl zwischen Aussenhülle und s.g. Liner der Bremsleitung gedrückt (s.Bild rechts: Hier exemplarisch an einem Louise-Griff u. dessen Leitung dargestellt)! Lediglich die M8x0,75mm Überwurfmutter darf erneut montiert werden!

ACHTUNG: Gekürzte Leitung mit eingeschlagener Stützhülse vor dem erneuten Festschrauben im Griff bis auf Anschlag in diesen schieben!

Achtung: Stützhülse nicht vergessen, anderenfalls bekommt ihre Leitung demnächst "Herpesblasen" (hier am Beispiel einer Louise-Disctube dargestellt)!
Bei GM u. Co. (Ausnahme Julie u. Felgenbremsen) ist nach dem Leitungskürzen zwingend eine neue Stützhülse zu verpressen!
So ist es richtig: Die neue Stützhülse ist bis zum Anschlag in die Leitung getrieben
Gekürzte Leitung mit eingeschlagener Stützhülse vor dem erneuten Festschrauben am Griff bis auf Anschlag in diesen schieben und während des Festschraubens so halten; anderenfalls wird die Stützhülse nicht richtig geklemmt! (Bild: So sieht's richtig aus!)
 Workshop Handbuch 2009  - 2.6 MByte
4. Wie funktioniert das Schwimmsattelprinzip der Gustav M?

Im Bremssattel sitzen auf der "Scheiben-abgewandten" Seite, dort wo viel Platz ist, zwei lange Aluminium-Nehmerkolben, die den äußeren Bremsbelag an die Scheibe pressen. Dadurch, dass der Bremssattel auf zwei Führungsstiften beweglich (schwimmend) gelagert ist, wandert er bei Kolbendruck nach außen, so dass auch die inneren Beläge an die Scheibe gepreßt werden.
Die Kolben werden beim Loslassen des Bremshebels von der Federwirkung ihrer Dichtungen, die in speziell geformten Nuten sitzen, zurückgezogen. Beim Verschleiß der Bremsbeläge rutschen die Kolben in ihren Dichtungen ein wenig Richtung Scheibe und gleichzeitig wird etwas Hydrauliköl aus dem Ausgleichsbehälter ins System gesaugt. (s. auch faq "wie funktioniert die autom. Belagnachstellung?")

Aufgrund dieser Erläuterung wird auch klar, weshalb der s.g. Sattelhalter, welcher einen der beiden Führungsstifte trägt, konstruktiver Bestandteil der Bremse ist! 

So funktioniert Gustav...
5. Der Bremssattel meiner Gustav M bewegt sich nur schlecht auf dem Sattelhalter, die Bremse schleift. Was tun?

Wenn sich der Bremssattel nicht leichtgängig auf dem Sattelhalter bewegen kann, ist ein Schleifen der Bremse vorprogrammiert. Meist ist Dreck zwischen den Bolzen des Sattelhalters und des Bremssattels der Grund hierfür. Demontieren sie ihren Bremssattel vom Sattelhalter und reinigen sie beide Teile. Sollte das Problem jetzt nicht gelöst sein, ist entweder einer der Führungsbolzen verbogen, oder die Anbaubedingungen noch nicht optimal! In diesem Fall muss entweder der defekte Sattelhalter ersetzt oder die Befestigungspunkte an Rahmen u./o. Gabel plangefräst werden (s. entsprechendes faq)! Das links nebenstehende pdf zeigt ihnen, wie sie die Bremse vom Sattelhalter demontieren.

6. Gibt es Ersatzkolbenkits und Dichtungssätze?

MAGURA hat noch nie separate Kolben oder deren Dichtungen für Bremsgriff und -zange angeboten, da bei selbst zusammengebauten Teilen dieser Art KEINE sichere Funktion gewährleistet werden kann.

Es ist immer davon auszugehen, dass im Falle einer Undichtigkeit in aller Regel die Kolbenlaufbahnen in Bremsgriff und -zange Riefen aufweisen. Der Austausch der Kolben allein hilft also in aller Regel gar nichts bzw. ist nur eine Hilfe von kurzer Dauer!

Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen!

Ausnahme: Der Deckel des Ausgleichsbehälters und dessen Dichtung, die sog. Membran, auch Balg genannt! Dieser Deckel inkl. Membran ist auch separat erhältlich und kann bei einer Undichtigkeit gewechselt werden!

Ersatzteillisten sind in den Workshop Handbüchern des entsprechenden Bremsenmodells enthalten, die Sie sich im Format A4 bis zum Modelljahr 2000 im Downloadbereich herunterladen können.

Wir weisen darauf hin, dass werksseitig nicht mehr alle Ersatzteile für frühere Baujahre vorhanden sind! Diese werden, soweit möglich, durch kompatible Baujahre des AKTUELLEN Modelljahres ersetzt.

Ersatzkolben und deren Dichtungen gibt es bei MAGURA Bremsen NICHT separat zu kaufen. Im Falle einer Undichtigkeit wird immer der/die komplette Griff/Zange ausgetauscht!
7. Was tun bei Schleifen oder ungleichmässigem Kolbenrückzug?

  • Die Dichtungen der Kolben innerhalb der Zange können bei längerer Nichtnutzung antrocknen! Dies hat eine erhöhte Haftreibung, bei verringerter Belagnachstellung zur Folge! Abhilfe: Mehrfach die Kolben bei montierten Belägen i.d.Zange zurückdrücken u. so mobilisieren (s. Manual Pkt. 7.2)
  • Achten Sie ferner auf den korrekten Anbau der Bremszange und lassen Sie ggf. Ihre Bremszangenaufnahmen nacharbeiten (Gnann-o-mat).
  • Achtung: Der Spalt des Sattelhalters muss mittig zur Scheibe ausgerichtet werden! Der Schwimmsattel (bzw. dessen Beläge) richtet sich dann, dank der seitl. Beweglichkeit, selbständig mittig zur Scheibe aus!

Achten Sie penibelst auf sauber vorbereite Anbaubedingungen!
Gnann-o-mat Fräse.
Entlüften mit MAGURA Royal Blood!
Wenn alles nichts hilft: Auf zum Spezialisten!
8. Wie bremse ich die Bremsbeläge optimal ein? Wie wichtig ist das überhaupt?

Das Einbremsen neuer Bremsbeläge ist wichtiger, als häufig angenommen wird. Zum einen stellen sich die beiden Reibpartner (Bremsscheibe und Bremsbelage) aufeinander ein, wodurch die hohe Bremskraft der Scheibenbremsen erzielt wird. Zum anderen wird die Bremse durch das richtige Einbremsen deutlich standfester.

Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Strassenverkehrs, aber vorzugsweise auf Aspahlt, in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen.

ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge noch einmal richtig heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie hierfür auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet.

Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester

Neue Bremsen und/oder Beläge oder Scheiben IMMER einbremsen!
9. Woran erkennt man abgefahrene Bremsbeläge?

Vergessen Sie nicht: Auch die Bremsbeläge von Scheibenbremsen unterliegen einem Verschleiss! Kontrollieren Sie deshalb REGELMÄSSIG die Dicke Ihrer Beläge!

  • Messen Sie die Dicke der Beläge mit einem Meßschieber. Wenn die Belagsstärke inklusive des Trägermaterials 2,5 mm oder weniger betragen, müssen die Beläge durch original Magura Bremsbeläge ersetzt werden. Tipp: Verwenden Sie zum Belagsdicken-Check die GELBE Transportsicherung. Belag passt inkl. -träger NICHT in die Kerbe: O.k.! Belag passt in die Kerbe: Belag wechseln!

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Bremsbeläge!
10. Warum lohnt es sich nicht, Bremsbeläge von anderen Herstellern zu verwenden?

MAGURA Scheibenbremsen sind ausschließlich mit original MAGURA Scheibenbremsen-Belägen zu fahren, die mit einer ORGANISCHEN (aus Gummi- , Metall- und Rußteilen unter hohem Druck gepressten) Belagsmischung bestehen. Der Belag wirkt hier als zusätzlicher Isolator, der dazu beiträgt, dass die beim Bremsen auftretende Wärme so gut wie möglich vom Übertragungsmedium, dem Royal Blood Mineralöl, ferngehalten wird, was zu Überhitzung desselben und Totalausfall führen könnte.

Fast sämtliche Beläge, die auf dem Markt als "billiger, länger haltbar etc." verkauft werden sind "GESINTERTE" Beläge. Bei diesen besteht die Belagsmischung gänzlich aus kleinsten Metallspänen und -verbindungen. Bei Verwendung dieser Beläge riskiert man eine Überhitzung der Bremse mit daraus resultierendem TOTALAUSFALL. Sie verlieren sämtliche Garantie- und Haftungsansprüche gegenüber MAGURA!

Ca. 35% der bei MAGURA eingegangenen Reklamationen sind auf die Verwendung von solchen Belägen zurückzuführen! Eine Reparatur erfolgt in diesem Fall NUR GEGEN BERECHNUNG!. Weisen Sie ggf. Ihren Händler darauf hin, auf welch dünnes Eis er sich begibt, wenn er Ihnen solche Beläge verkauft, bzw. zeigen Sie ihm den Ausdruck dieser Seite!

Garantie und Produkthaftung gewährleistet: Original MAGURA Beläge.
Verwenden Sie nur MAGURA Originalbeläge!
11. Wie funktioniert die automatische Nachstellung bei Scheibenbremsen?

Die automatische Belagsnachstellung funktioniert wie folgt:

Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.

Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.

Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.

Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.

Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.

So funktioniert die automatische Nachstellung....
...und hier animiert, zum besseren Verständnis!
12. Offenes oder geschlossenes System - wie funktionieren MAGURA-Scheibenbremsen?

Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".

OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!

 

 

So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern!  Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!

Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!

Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

 

Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

13. Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?

NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.

 

ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!

Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.

Transportsicherung IMMER zwischen Beläge stecken, wenn das Laufrad zum Transport demontiert wird.
Bei montiertem Laufrad (oder Transportsicherung),  den Hebel ziehen und wie gezeigt fixieren.
14. Ab wann muss man eine MAGURA-Bremsscheibe ersetzen?

Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).

15. Ist Gustav M mit der Fox 40 Federgabel kompatibel?

Ja, der Sattelhalter Nr.24 ermöglicht die Nutzung i.V. mit einer 210mm Scheibe.

16. Kann man Gustav M für's Tandem verwenden?

Gustav M ist für den Tandembetrieb von MAGURA freigegeben, wobei wir insbesondere die Kombination in Verbindung mit einer 210mm Scheibe am Vorderrad und einer 190er am Hinterrad empfehlen!

Auch wenn der Gustav M in der Serienversion voll tandemtauglich ist - Leitungslänge immer 2,5m! (v&h) -  macht die Verwendung einer original Magura-Stahlflex-Bremsleitung insbesondere bei Extrembelastungen wie z.B. Alpenüberquerungen Sinn! 

Viele Tandemfahrer schwören auf Gustav M!

Viele Tandemfahrer schwören auf Gustav M!
Kein Muss beim GM, aber immer empfehlenswert: Stahlflex-Leitung für extremste Bedingungen.
17. Ist Gustav M für den Trialsport oder für's "Hüpfen auf dem Hinterrad" geeignet?

Abgesehen vom hohen Gewicht der Bremse - "Trialer" sind ja i.d.R. gewichtsorientierte Biker - muss man folgendes bedenken:

Schaut man sich die Bremszange genau an, wird man feststellen, dass sich die Beläge beim "normalen" Bremsen in Fahrtrichtung beim Gustav am Sattelhalter abstützen und Kräfte direkt in die/den Gabel/Hinterbau eingeleitet werden. Beim "Rückwärtsbremsen" fliesst die ganze Bremskraft jedoch über den Belagshaltestift in die Bremszange, von dort über die beiden Führungsstifte in den Halter und weiter in die/den Gabel/Hinterbau. Das heisst im Fall v. "Rückwärtsbremsungen":

  • deutlich "komplizierterer" Kraftfluss
  • deutlich schwächere Auslegung beteiligter Komponenten (Belagshaltestift hat lediglich Ø4mm).

Fazit: Für's Anhalten am Berg ist der GM ausreichend dimensioniert! Für dauerhaftes Rückwärtsbremsen bzw. den Trialsport ist "er" jedoch nicht geeignet, ferner nicht getestet und somit auch offiziell nicht freigegeben!

Für den Trialsport eignet sich ein Gustav M nicht! Trialer präferieren i.d.R. die HS33 oder die stabile Louise mit Bremssattel im s.g. "one-piece" Design!
18. Ist Gustav M mit der Rohloff Speedhub kompatibel?

Ja, i.V. mit einer speziellen 160-er Bremsscheibe u. deren grösserem Zentrierdurchmesser!

 

 

ACHTUNG: Neben der Speedhub ist der bei Rohloff erhältliche, s.g. Speedbone für Gustav M erforderlich! (Anm.: Der konventionelle "Speedbone" würde mit dem GM-Sattehalter kollidieren! Bei der Rohloff Speedhub mit konventioneller Drehmomentstütze ist dieser nicht erforderlich!)

Weitere Infos zum Thema Speedhub in Verbindung mit Gustav M. direkt bei Rohloff

Original Magura 160mm SL Rotor für Rohloff Speedhub
19. Aus dem kleinen Loch im Deckel des Ausgleichsbehälters tritt Öl aus, ist das normal?

Bei Verschleiss der Bremsbeläge wird Öl aus dem Ausgleichsbehälter ins Bremssystem geleitet, hierbei zieht sich die unter dem Deckel des Ausgleichsbehälters befindliche Gummimembran zusammen. Das Loch im Deckel des Ausgleichsbehälters ermöglicht einen Druckausgleich, ohne den das Zusammenziehen der Membran nicht möglich wäre. Wurde die Bremse vor kurzem entlüftet, kann sich übergelaufenes Öl zwischen Deckel und Gummimembran befinden. Dieses Öl tritt aus dem kleinen Loch im Ausgleichsbehälter aus, was nicht weiter bedenklich ist. Tritt jedoch über einen längeren Zeitraum immer wieder Öl aus, so sitzt die Membran möglicherweise nicht richtig oder ist beschädigt.

Lassen sie in diesem Fall ihre Bremse vom Fachmann überprüfen, wir empfehlen die MAGURA Passion Point Händler.

Wir empfehlen die Passion Points, echte Spezialisten in Sachen MAGURA!
20. Wie reinigt man eine MAGURA-Scheibenbremse?

Verwenden Sie zum Reinigen einer MAGURA Scheibenbremse

  • KEINE Lösungsmittel!
  • KEINEN Dampfstrahler!
  • KEINEN harten Wasserstrahl!

 Verwenden Sie ein trockenes, sauberes Tuch zum Reinigen v. Scheibe u. Bremszange! ACHTUNG: Für die Scheibe ein separates Tuch verwenden!  

Normalerweise sind warmes Spülwasser und eine Bürste vollkommen ausreichend! ACHTUNG: Öliges Dreckwassser nicht über die Beläge laufen lassen - selbige vorher ausbauen!

Eine verölte Scheibe kann ebenfalls mit warmem Spülwasser gereinigt werden! Anschließend ausreichend mit klarem Wasser spülen!

Alternativ, oder bei extremer Fett- bzw. Öl-Kontamination der Scheibe(!), kann billiger Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke, oder der MAGURA Bremsenreiniger verwendet werden!

Vorsicht: Manche "Bremsenreiniger" des Marktes  enthalten zweifelhafte Inhaltsstoffe, sind evtl. ökologisch bedenklich u. setzen u.U. sogar die Bremskraft ihrer Scheibenbremse herab

Verölte Beläge sind ZWINGEND zu ersetzen!

Ölen Sie auf KEINEN Fall die Kolben der Bremszange!

Fazit: Keep it simple - warmes Spülwasser und ein bisschen Zeit sind die besten Reinigungsmittel!

Warmes Spülwasser: Billig, effizient, ökologisch!
Praktisch, aber kein Muss: Der Bremsenreiniger von MAGURA.
21. Wie schützt man eine MAGURA Bremse vor Bruch bei leichten Umfallern?

Unbedingt Drehmoment der Bremsgriffschraube beachten!!

 

TIPP: Bremsgriff sollte sich mit KRAFT um den Lenker drehen lassen (alter Motocross-Trick!).

Ein durch einen Sturz oder Umfaller zu Bruch gekommener Bremsgriff ist KEIN Garantiefall!

Bremsgriff nur soweit anziehen, dass er sich mit Krafteinsatz noch verdrehen lässt!
MAGURA