

Dies beantwortet eigentlich sämtliche anderen Fragen im voraus.
Wir empfehlen Gustav M insbesondere auch Kunden der Gewichtsklasse deutlich über 100 kg, die regelmäßig ins Hochgebirge gehen oder aber enorm lange Abfahrten unternehmen.
Wie man sieht: das Mehrgewicht der Gustav M kann sich lohnen, wenn die o.a. Bedingungen vorliegen.
Es gibt diverse Sattelhalter für verschiedene Federgabeltypen bzw. -befestigungsstandards! Informieren Sie sich im untenstehenden pdf, dem Zubehörbereich oder dem aktuellen Workshop Handbuch.
Pkt.6. "Bremsleitung kürzen"!
Tipp:
Merke: Das System darf nur geöffnet werden, wenn zuvor die Transportsicherung wie oben beschrieben zwischen die Beläge gesteckt worden ist, anderenfalls zieht der Balg innerhalb des Ausgleichsbehälters Luft in diesen! Anm.: Häufiger Grund für durchsackende Bremshebel bzw. Verlust des Druckpunktes!
ACHTUNG: Der Klemmring u. die Stützhülse innerhalb des abgelängten Leitungsstückes dürfen NICHT wiederverwendet werden! Es ist zwingend sowohl eine neue Stützhülse, als auch ein neuer Klemmring zu verpressen; anderenfalls wird Mineralöl zwischen Aussenhülle und s.g. Liner der Bremsleitung gedrückt (s.Bild rechts: Hier exemplarisch an einem Louise-Griff u. dessen Leitung dargestellt)! Lediglich die M8x0,75mm Überwurfmutter darf erneut montiert werden!
ACHTUNG: Gekürzte Leitung mit eingeschlagener Stützhülse vor dem erneuten Festschrauben im Griff bis auf Anschlag in diesen schieben!
Aufgrund dieser Erläuterung wird auch klar, weshalb der s.g. Sattelhalter, welcher einen der beiden Führungsstifte trägt, konstruktiver Bestandteil der Bremse ist!
Wenn sich der Bremssattel nicht leichtgängig auf dem Sattelhalter bewegen kann, ist ein Schleifen der Bremse vorprogrammiert. Meist ist Dreck zwischen den Bolzen des Sattelhalters und des Bremssattels der Grund hierfür. Demontieren sie ihren Bremssattel vom Sattelhalter und reinigen sie beide Teile. Sollte das Problem jetzt nicht gelöst sein, ist entweder einer der Führungsbolzen verbogen, oder die Anbaubedingungen noch nicht optimal! In diesem Fall muss entweder der defekte Sattelhalter ersetzt oder die Befestigungspunkte an Rahmen u./o. Gabel plangefräst werden (s. entsprechendes faq)! Das links nebenstehende pdf zeigt ihnen, wie sie die Bremse vom Sattelhalter demontieren.
Es ist immer davon auszugehen, dass im Falle einer Undichtigkeit in aller Regel die Kolbenlaufbahnen in Bremsgriff und -zange Riefen aufweisen. Der Austausch der Kolben allein hilft also in aller Regel gar nichts bzw. ist nur eine Hilfe von kurzer Dauer!
Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen!
Ausnahme: Der Deckel des Ausgleichsbehälters und dessen Dichtung, die sog. Membran, auch Balg genannt! Dieser Deckel inkl. Membran ist auch separat erhältlich und kann bei einer Undichtigkeit gewechselt werden!
Ersatzteillisten sind in den Workshop Handbüchern des entsprechenden Bremsenmodells enthalten, die Sie sich im Format A4 bis zum Modelljahr 2000 im Downloadbereich herunterladen können.
Wir weisen darauf hin, dass werksseitig nicht mehr alle Ersatzteile für frühere Baujahre vorhanden sind! Diese werden, soweit möglich, durch kompatible Baujahre des AKTUELLEN Modelljahres ersetzt.
Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Strassenverkehrs, aber vorzugsweise auf Aspahlt, in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen.
ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge noch einmal richtig heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie hierfür auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet.
Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester
Fast sämtliche Beläge, die auf dem Markt als "billiger, länger haltbar etc." verkauft werden sind "GESINTERTE" Beläge. Bei diesen besteht die Belagsmischung gänzlich aus kleinsten Metallspänen und -verbindungen. Bei Verwendung dieser Beläge riskiert man eine Überhitzung der Bremse mit daraus resultierendem TOTALAUSFALL. Sie verlieren sämtliche Garantie- und Haftungsansprüche gegenüber MAGURA!
Ca. 35% der bei MAGURA eingegangenen Reklamationen sind auf die Verwendung von solchen Belägen zurückzuführen! Eine Reparatur erfolgt in diesem Fall NUR GEGEN BERECHNUNG!. Weisen Sie ggf. Ihren Händler darauf hin, auf welch dünnes Eis er sich begibt, wenn er Ihnen solche Beläge verkauft, bzw. zeigen Sie ihm den Ausdruck dieser Seite!
Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.
Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.
Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.
Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.
Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.
Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.
Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".
OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!
So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern! Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!
Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!
Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.
ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!
Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.
Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).
Ja, der Sattelhalter Nr.24 ermöglicht die Nutzung i.V. mit einer 210mm Scheibe.
Auch wenn der Gustav M in der Serienversion voll tandemtauglich ist - Leitungslänge immer 2,5m! (v&h) - macht die Verwendung einer original Magura-Stahlflex-Bremsleitung insbesondere bei Extrembelastungen wie z.B. Alpenüberquerungen Sinn!
Viele Tandemfahrer schwören auf Gustav M!
Schaut man sich die Bremszange genau an, wird man feststellen, dass sich die Beläge beim "normalen" Bremsen in Fahrtrichtung beim Gustav am Sattelhalter abstützen und Kräfte direkt in die/den Gabel/Hinterbau eingeleitet werden. Beim "Rückwärtsbremsen" fliesst die ganze Bremskraft jedoch über den Belagshaltestift in die Bremszange, von dort über die beiden Führungsstifte in den Halter und weiter in die/den Gabel/Hinterbau. Das heisst im Fall v. "Rückwärtsbremsungen":
Fazit: Für's Anhalten am Berg ist der GM ausreichend dimensioniert! Für dauerhaftes Rückwärtsbremsen bzw. den Trialsport ist "er" jedoch nicht geeignet, ferner nicht getestet und somit auch offiziell nicht freigegeben!
ACHTUNG: Neben der Speedhub ist der bei Rohloff erhältliche, s.g. Speedbone für Gustav M erforderlich! (Anm.: Der konventionelle "Speedbone" würde mit dem GM-Sattehalter kollidieren! Bei der Rohloff Speedhub mit konventioneller Drehmomentstütze ist dieser nicht erforderlich!)
Weitere Infos zum Thema Speedhub in Verbindung mit Gustav M. direkt bei Rohloff
Lassen sie in diesem Fall ihre Bremse vom Fachmann überprüfen, wir empfehlen die MAGURA Passion Point Händler.
Verwenden Sie ein trockenes, sauberes Tuch zum Reinigen v. Scheibe u. Bremszange! ACHTUNG: Für die Scheibe ein separates Tuch verwenden!
Normalerweise sind warmes Spülwasser und eine Bürste vollkommen ausreichend! ACHTUNG: Öliges Dreckwassser nicht über die Beläge laufen lassen - selbige vorher ausbauen!
Eine verölte Scheibe kann ebenfalls mit warmem Spülwasser gereinigt werden! Anschließend ausreichend mit klarem Wasser spülen!
Alternativ, oder bei extremer Fett- bzw. Öl-Kontamination der Scheibe(!), kann billiger Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke, oder der MAGURA Bremsenreiniger verwendet werden!
Vorsicht: Manche "Bremsenreiniger" des Marktes enthalten zweifelhafte Inhaltsstoffe, sind evtl. ökologisch bedenklich u. setzen u.U. sogar die Bremskraft ihrer Scheibenbremse herab
Verölte Beläge sind ZWINGEND zu ersetzen!
Ölen Sie auf KEINEN Fall die Kolben der Bremszange!
Fazit: Keep it simple - warmes Spülwasser und ein bisschen Zeit sind die besten Reinigungsmittel!