

Ansonsten sei noch folgendes angefügt: Es wird immer wieder von Kunden angeführt, MOTORRAD-Scheibenbremsen würden auch nicht quietschen. Das mag ja stimmen, nur sollte man eines nicht vergessen. Bei einem Motorrad wiegen Bremszange und -scheibe locker mehrere Kilogramm. Beim Fahrrad, wo bekanntlich ALLES dem Gewicht untergeordnet ist, kann die wenig vorhandene Masse zu einer Schwingungsproblematik führen, die wiederum zu Quietschen führen kann (nicht muss). Folglich ist ein Leichtgewicht wie eine Marta eher mit einem Quietschrisiko behaftet als eine zweifellos schwerere Gustav M Disc.
Es wird wohl keinem Hersteller von Scheibenbremsen für Fahrräder gelingen, die herrschenden Gesetze der Physik auszuhebeln. Wenig Gewicht = erhöhte Gefahr von Schwingungen = erhöhte Gefahr von Quietschen. Leute, die nicht auf jedes Gramm schauen, wissen schon längst: Sie fahren "ruhiger".
Zu guter Letzt: gemäß unseren Erfahrungen quietschen ALLE Scheibenbremsen bei Nässe, zumindest solange, bis der Wasserfilm auf der Scheibe durchbrochen ist.
Stellen Sie sicher, dass die Aufnahmen an Gabel und Rahmen frei von Farb- und Pulverungsrückständen sind. Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie ein Fachgeschäft - idealerweise ein MAGURA Passion Point - auf, der Ihnen mit dem Gnann-o-mat, einer Fräse, Ihre Aufnahmen so bearbeitet, dass die Probleme danach gelöst sind.
Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Verkehrs in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen. ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge einmal heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet. Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester
Kontrollieren Sie deshalb REGELMÄSSIG die Dicke Ihrer Beläge!
Verwenden Sie hierfür die mit Ihrer Bremse mitgelieferte Transportsicherung!
Achtung: Die minimale Dicke eines Bremsbelages inkl. Belagsträger beträgt 2,5mm.
Die Bilder, ferner das Workshop Manual ihrer Bremse zeigen Ihnen, wie die Beläge kontrolliert und nötigenfalls gewechselt werden!
Tipp:
ACHTUNG: Der Klemmring u. die Stützhülse innerhalb des abgelängten Leitungsstücks dürfen NICHT wiederverwendet werden! Es ist zwingend erforderlich einen neuen Klemmring, aber auch eine neue Stützhülse zu verpressen; anderenfalls wird zwischen äußerem Gewebemantel und der eigentlichen Leitung, dem s.g. "Liner", Mineralöl gedrückt - Folge: Ein schwammiger Druckpunkt und Mineralölverlust am anderen Ende der Leitung, dem verpressten Zangenanschluß!! Lediglich die M8x0,75mm Überwurfmutter darf erneut montiert werden! ACHTUNG: Gekürzte Leitung mit eingeschlagener Stützhülse VOR dem erneuten Festschrauben im Griff bis auf Anschlag in diesen schieben!
Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).
ACHTUNG: Sollten Sie z.B. eine Gabel mit Postmount 6" (PM6") fahren wollen, so benötigen sie am VR eine IS2000-Zange mit KURZEM Unterarm und den entsprechenden IS-/PM-Adapter (s.pdf o. Zubehör) Die IS- Langarmzange der LouiseFR kann i.d. Fall NICHT verwendet werden!
Eine "echte" PM-Zange für Ø180mm VR-Scheiben (o. größer), wird v. Magura derzeit nicht angeboten - Ausnahme: Die PM-Zange der Louise für Ø160mm! Ein PM-/PM-Adapter, um diese(!) Zange in Verbindung mit Scheiben grösser als Ø160mm zu fahren, ist bei MAGURA nur für die Louise ab 2007 erhältlich u. freigegeben!
Alle möglichen LouiseFR-Varianten u. -Tuningmöglichkeiten u. die dazugehörigen Adapter, entnehmen Sie bitte den Pdfs unter Download bzw. unter Zubehör!
Bitte beachten Sie auch das faq der Louise!!
Die automatische Belagsnachstellung funktioniert wie folgt:
Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.
Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.
Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.
Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.
Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.
Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.
Der automatische Belagsausgleich ist im übrigen keine MAGURA Erfindung sondern Stand der Technik bei Auto und Motorrad. Was also lag näher, dies auch auf's Bike zu applizieren?
Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".
OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!
So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern! Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!
Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!
Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.
ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!
Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.
Der Siedpunkt v. DOT-Bremsflüssigkeit sinkt dagegen im Laufe der Zeit u.U. auf bis zu +155°C (mind. Nasssiedepunkt v. DOT4)
Fazit: Ein turnusmäßiger Wechsel des MAGURA Mineralöls ist, im Gegs. zu DOT-Bremsflüssigkeit, NICHT erforderlich!
Verfärbungen kommen von Rußpartikeln der Leitung, bzw. Abrieb der Kolben und -ringe. Dies ist aber kein Grund zur Beunruhigung und hat keinerlei negative Auswirkung auf die Funktion der Bremse.
Btw: Manch ein MAGURA-User fährt seit 6-7 Jahren mit einer MAGURA Bremse, ohne sie jemals neu befüllt zu haben.