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MARTA SL

MARTA SL - FAQ

1. Für welchen Typ Biker ist Marta gedacht - ist sie hochgebirgstauglich?

Alle Marta Modelle ab Modelljahr 2009 sind vielseitig einsetzbare Scheibenbremsen für FahrerInnen, die finanziell keine Limits setzen und ein Faible für schöne Teile haben ab.

Man kann mit allen Martas natürlich auch jederzeit ins Hochgebirge, sollte aber die u.a. Tipps befolgen.

"Angstbremser " (die permanent auf der HR-Bremse "stehen") oder Leute, die inkl. Bike weit über 100kg wiegen und/oder auf einer 15 km langen Abfahrt permanent auf der Bremse stehen, werden JEDE Bremse schnell in einen Grenzbereich bringen, der bis zum Hitzekollaps mit Totalausfall führen kann.

Leuten, die jetzt "ja aber..." rufen, sei eines gesagt: Fahren Sie bitte mit einem 30000 Euro teuren Auto oder einem dicken Motorrad die Timmelsjoch-Passstrasse runter und bremsen sie permanent mit der Bremse.... - NEIN, tun sie es lieber nicht, sie würden nämlich nicht weit kommen!
Deshalb: Sich NIE allein auf die Technik verlassen, sondern die Bremsen RICHTIG einsetzen!

Alle Martas ab Modelljahr 2009 sind mit dem filigranen SL Rotor in 160, 180 oder 203mm fahrbar. Die Ventidiscs u. SL-Scheiben der Louise sind ebenfalls mit den Martas kompatibel und  als Zubehör erhältlich! (s. Ersatzteilliste/Zubehör im Workshop Handbuch).

Biker der Gewichtsklasse über 100kg (evtl. zzgl. eines schweren Rucksacks) und/oder Angstbremser sollten für's Hochgebirge mindestens eine 180er oder gleich eine 203 mm Scheibe am VR u. HR(!) fahren. Bei Schwergewichten empfehlen wir für's Hochgebirge ferner gleich die gelochten SL Rotoren oder die Ventidisc, die für diese Ansprüche "vollgasfester" sind.

Ansonsten gilt: Geben Sie der Bremse auf LANGEN ABFAHRTEN immer wieder Chancen zum Abkühlen und setzen sie sie wohldosiert ein. Dann machen Ihnen unsere Leichtgewichts-Ladies auch in den Alpen viel Freude!!

XC-Race
XC
Allmountain
Enduro
2. Was tun bei Quietschproblemen?

Das Quietschen bei Fahrradscheibenbremsen kann viele Ursachen haben. Drucken Sie sich bitte das untenstehende PDF aus, auf dem ALLE Tipps als Checkliste vermerkt sind, die schon in vielen Fällen geholfen haben.

Ansonsten sei noch folgendes angefügt: Es wird immer wieder von Kunden angeführt, MOTORRAD-Scheibenbremsen würden auch nicht quietschen. Das mag ja stimmen, nur sollte man eines nicht vergessen: Bei einem Motorrad wiegen Bremszange und -scheibe locker mehrere Kilogramm. Beim Fahrrad, wo bekanntlich ALLES dem Gewicht untergeordnet ist, kann die wenig vorhandene Masse zu einer Schwingungsproblematik führen, die wiederum zu Quietschen führen kann (nicht muss). Folglich ist ein Leichtgewicht wie eine Marta Disc eher mit einem Quietschrisiko behaftet als unser Schwergewicht, die Gustav M.

Es wird wohl keinem Hersteller von Scheibenbremsen für Fahrräder gelingen, die herrschenden Gesetze der Physik auszuhebeln. Wenig Gewicht = erhöhte Gefahr von Schwingungen = erhöhte Gefahr von Quietschen. Leute, die nicht auf jedes Gramm schauen (das gilt auch für Anbauteile wie Laufräder, Schnellspanner, Federgabel etc.) wissen schon längst: Sie fahren "ruhiger".

Zu guter Letzt: gemäß unseren Erfahrungen quietschen ALLE Scheibenbremsen bei Nässe, zumindest solange, bis der Wasserfilm auf der Scheibe durchbrochen ist.

Motorradzange und -scheibe: 1,89 kg
Marta-Zange und -scheibe: 218 Gramm!
3. Was tun bei ungleichmässigem Kolbenrückzug?

  • Achten Sie auf den korrekten Anbau der Bremszange und lassen Sie ggf. Ihre Bremszangenaufnahmen nacharbeiten (Gnann-o-mat)
  • Wir empfehlen, falls Ihre Bremse noch nicht damit befüllt ist, den Umstieg auf das BLAUE MAGURA Royal Blood, das im Frühjahr 2002 eingeführt wurde. Es zeichnet sich aus durch wesentlich verbesserte Schmiereigenschaften, was zu direkterem Ansprechen und besserer Modulation der Bremse führt.
  • Mobilisieren Sie ggf. den an der Dichtung angetrockneten Kolben wie im Techtipp links beschrieben!

MAGURA Gnann-o-mat Fräswerkzeug. Für den Heimwerker zu teuer, Ihr Passion Point Händler müsste einen haben!
MAGURA Royal Blood Mineralöl.
4. Was tun bei Anbauproblemen (schiefer Bremssattel, schwammiger Druckpunkt)?

Im Gegensatz zu Cantilever- Felgenbremsen, wo in Bezug auf die Fertigungstoleranzen beim Fahrradrahmen nach der Formel "Pi mal Daumen" gearbeitet werden kann, verlangen Scheibenbremsen nach sehr geringen Toleranzen. In der industriellen Großserienfertigung von Rahmen und Gabeln werden diese leider nur selten eingehalten.

Stellen Sie sicher, dass die Aufnahmen an Gabel und Rahmen frei von Farb- und Pulverungsrückständen sind. Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie ein Fachgeschäft - idealerweise einen MAGURA Passion Point auf, der Ihnen mit dem Gnann-o-mat, einer Fräse, Ihre Bremszangen-Aufnahmen so bearbeitet, dass Ihre Bremszange astrein montiert werden kann.

 

Gut vorbereitete Disc Aufnahmen sind elementar wichtig für einen korrekten Scheibenbremsen-Anbau.
Die MAGURA Gnann-o-mat Fräse - Ihr Passion Point macht damit Ihren Rahmen fit für den Scheibenbremsen-Anbau.
MAGURA Passion Point - Der Spezialist hilft gerne weiter!
 Handbuch Gustav M 2009  - 2.6 MByte
 Handbuch Marta 2009  - 3.2 MByte
 Handbuch Louise 2009  - 3.0 MByte
 Handbuch Julie hp 2009  - 3.0 MByte
5. Wie bremse ich die Bremsbeläge optimal ein? Wie wichtig ist das überhaupt?

Das Einbremsen neuer Bremsbeläge ist wichtiger, als häufig angenommen wird. Zum einen stellen sich die beiden Reibpartner (Bremsscheibe und Bremsbelage) aufeinander ein, wodurch die hohe Bremskraft der Scheibenbremsen erzielt wird. Zum anderen wird die Bremse durch das richtige Einbremsen deutlich standfester.

Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Strassenverkehrs, aber vorzugsweise auf Aspahlt, in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen.

ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge noch einmal richtig heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie hierfür auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet.

Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester

Neue Bremsen und/oder Beläge oder Scheiben IMMER einbremsen!
6. Gibt es Ersatzkolbenkits und Dichtungssätze?

MAGURA hat noch nie separate Kolben- oder Dichtungskits für Bremsgriff und -zange angeboten, da bei selbst zusammengebauten Teilen dieser Art KEINE sichere Funktion gewährleistet werden kann. 

Es ist immer davon auszugehen, dass im Falle einer Undichtigkeit in aller Regel die Kolbenlaufbahnen in Bremsgriff und -zange Riefen aufweisen. Der Austausch der Kolben allein hilft also in aller Regel gar nichts bzw. ist nur eine Hilfe von kurzer Dauer!

Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen! Ersatzteillisten sind in den Workshop Handbüchern des entsprechenden Bremsenmodells enthalten, die Sie sich im Format A4 bis zum Modelljahr 2000 im Downloadbereich herunterladen können.

Wir weisen darauf hin, dass werksseitig nicht mehr alle Ersatzteile für frühere Baujahre vorhanden sind! Diese werden, soweit möglich, durch kompatible Baujahre des AKTUELLEN Modelljahres ersetzt.

Ersatzkolben und -dichtungen gibt es bei MAGURA Bremsen NICHT separat zu kaufen. Im Falle einer Undichtigkeit wird immer der/die komplette Griff/Zange ausgetauscht!
7. Woran erkennt man abgefahrene Bremsbeläge?


Vergessen Sie nicht: Auch die Bremsbeläge von Scheibenbremsen unterliegen einem Verschleiss!

Kontrollieren Sie deshalb REGELMÄSSIG die Dicke Ihrer Beläge!
Verwenden Sie hierfür die mit Ihrer Bremse mitgelieferte Transportsicherung!

 Achtung: Die minimale Dicke eines Bremsbelages inkl. Belagsträger beträgt 2,5mm.

Die Bilder, ferner das Workshop Manual ihrer Bremse zeigen Ihnen, wie die Beläge kontrolliert und nötigenfalls gewechselt werden!

Belagprüfung bei GEZOGENEM Hebel: Hier sind die Beläge o.k.!
..und  hier müssen die Beläge gewechselt werden!
Alternative: Ausgebauter Zustand - Beläge sind hier o.k.
...hier müssen sie gewechselt werden!
8. Warum lohnt es sich nicht, Bremsbeläge von anderen Herstellern zu verwenden?

MAGURA Scheibenbremsen sind ausschließlich mit original MAGURA Scheibenbremsen-Belägen zu fahren, die mit einer ORGANISCHEN (aus Gummi- , Metall- und Rußteilen unter hohem Druck gepressten) Belagsmischung bestehen. Der Belag wirkt hier als zusätzlicher Isolator, der dazu beiträgt, dass die beim Bremsen auftretende Wärme so gut wie möglich vom Übertragungsmedium, dem Royal Blood Mineralöl, ferngehalten wird, was zu Überhitzung desselben und Totalausfall führen könnte.

Fast sämtliche Beläge, die auf dem Markt als "billiger, länger haltbar etc." verkauft werden sind "GESINTERTE" Beläge. Bei diesen besteht die Belagsmischung gänzlich aus kleinsten Metallspänen und -verbindungen. Bei Verwendung dieser Beläge riskiert man eine Überhitzung der Bremse mit daraus resultierendem TOTALAUSFALL. Sie verlieren sämtliche Garantie- und Haftungsansprüche gegenüber MAGURA!

Ca. 35% der bei MAGURA eingegangenen Reklamationen sind auf die Verwendung von solchen Belägen zurückzuführen! Eine Reparatur erfolgt in diesem Fall NUR GEGEN BERECHNUNG!. Weisen Sie ggf. Ihren Händler darauf hin, auf welch dünnes Eis er sich begibt, wenn er Ihnen solche Beläge verkauft, bzw. zeigen Sie ihm den Ausdruck dieser Seite!

Garantie und Produkthaftung gewährleistet: Original MAGURA Beläge.
Verwenden Sie nur MAGURA Originalbeläge!
9. Auf längeren Abfahrten wird meine Marta sehr heiss und verliert stark an Bremsleistung. Was kann ich dagegen tun?

Was sie beschreiben, nennt sich in der Fachsprache "Fading". Werden Bremsbeläge und -scheibe auf langen Abfahrten zu heiss, sinkt der Reibwert zwischen den beiden Partnern. Dies muss durch höhere Handkräfte kompensiert werden.

 

Abhilfe: Bei der Verwendung von Scheibenbremsen ist eine andere Bremstechnik anzuwenden, als bei Felgenbremsen, da die entstehende Hitze komplett von der Bremse aufgenommen werden muss.

  • Öffnen sie daher die Bremse auf langen Abfahrten regelmäßig für ein paar Sekunden oder benutzen sie Vorder- und Hinterradbremse abwechselnd. So verhindern sie, dass die Bremse zu heiss wird und ins Fading kommt.
  • Ist das Gelände zu steil für diese Bremstechnik bleibt ihnen nichts anderes übrig, als bei einsetzendem Fading anzuhalten und eine kurze Pause einzulegen.  

Bitte beachten Sie auch die Faq zur Hochgebirgstauglichkeit und dem richtigen Einbremsen der Beläge!

Darüber hinaus gibt es die Marta optional auch als Handelsversion in Verbindung mit superschlanken 180 mm und sogar in 203 mm Ø Rotoren, was die Standfestigkeit nochmal deutlich gegenüber der 160er Variante erhöht!

Ferner sind auch die Ventidiscs der Louise in den Groessen 160, 180 und 203 mm freigegeben!

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Zubehörbereich und dem Workshop Handbuch.

Optional auch mit superschlankem 180 oder 203 mm-SL-Rotor für's Vorderrad...
...und Hinterrad erhältlich!
 Workshop Handbuch 2009  - 3.2 MByte
10. Welche Bremsscheiben sind für Marta und Marta SL von MAGURA freigegeben?

Einige unserer Bremsen können mit unterschiedlich großen Scheiben ausgestattet werden - auch für Marta und Marta SL sind mittlerweile folgende Scheiben u. -durchmesser freigegeben:


11. Warum bietet MAGURA keine Bremsscheiben mit 140 mm Durchmesser an?

Neben dem Trend zu immer größeren Scheiben hat es interessanterweise auch eine Bewegung zu Bremsscheiben mit 140 mm gegeben, die insbesondere im Rennsport Beachtung finden. MAGURA hat diese Entwicklung bewusst nicht mitgemacht, weil wir sie für höchst bedenklich erachten. Hier die Hauptgründe: Für Rennfahrer vom Schlage eines Christoph Sauser, Julien Absalon oder Sabine Spitz mag eine 140er Scheibe beherrschbar sein, aber Hand auf's Herz: welcher Normalbiker hat schon die finanziellen Möglichkeiten, nach jedem Rennen die Bremsscheibe zu wechseln und das Feeling, letztere "richtig" einzusetzen?
Unserer Erfahrung nach sind 80% aller Biker "Angstbremser", die vorzugsweise die HR-Bremse benutzen - auch im sportlichen MTB-Bereich! Die Wärmestandfestigkeit einer 140er Scheibe ist im Vergleich zum 160 mm Pendant um bis zu 75% reduziert! Folge sind extremes Fading und der daraus resultierende plötzliche "Hitzetot" der Bremse. Das Einsparpotential in Sachen Gewicht (ca. 20 Gramm i.V. zu einem Marta SL Rotor mit 160 mm der 115 g wiegt) steht also in keinerlei Verhältnis zum Funktions- und Sicherheitsplus, das die größere Bremsscheibe liefert.

Lesen Sie zusätzlich auch die faq "welche Tuningmöglichkeiten bietet MAGURA für die Marta an und vor welchen vermeintlichen "Tuning-Scheiben" rät MAGURA explizit ab"!

Der 160 mm SL Rotor der Marta Baureihe wiegt mit 115 g ca. 20 g mehr als 140er Scheiben der Konkurrenz, bietet aber Sicherheit pur und hat sich seit Jahren auf dem Markt der zahlenden Kunden bewährt.
So verlockend das geringe Gewicht auch sein mag, eine 140er Scheibe (hier sogar aus Carbon) wird von Magura nicht angeboten!
Wer nicht hören will, muss fühlen: Geplatzter 140er Rotor eines US-amerikanischen Herstellers. Cool auf den ersten Blick, weniger cool, wenn's drauf ankommt...
12. Welche Tuningmöglichkeiten gibt es für die MAGURA Marta Scheibenbremsen u. wovon rät MAGURA explizit ab?

MAGURA ermöglicht vielerlei Umbauten seiner Bremsen, ohne dabei den Haftungs- und Garantieanspruch zu verlieren.
Bei den Marta Modellen gibt es aber kaum mehr was zum tunen, da diese Bremsen bereits im Serienzustand am "optimalen Limit" sind.
Es bleiben übrig:

  • Stahlflex-Leitung
  • Beläge: je nach Anwendungsfall Endurance Beläge montieren (erhöhte Lebensdauer)
  • 180mm oder 203mm SL-Rotor im superschlanken Design! (S.Zubehör und Workshophandbuch) 
  • Ventidiscs in 160, 180 und 203mm Ø (s. Zubehör und Workshophandbuch)
  • Carbonhebel bei der "normalen" Marta 

 

ACHTUNG: Verwenden Sie AUSSCHLIESSLICH MAGURA Originalersatzteile und KEINE Teile von Fremdanbietern! Dies führt unweigerlich zum Verlust von sämtlichen Haftungs- und Garantieansprüchen und kann, wie in diesem Fall einer 140-er Fremdscheibe eines US-Anbieters, richtig gefährlich werden!

 

Lesen Sie in einem Artikel der bsn 11-12-06, was Sabine Spitz mit Alu-"Tuning"-Scheiben eines Fremdanbieters während der Marathon DM in Oberammergau geschah: "Scheibenkleister"

Besserer Druckpunkt, optischer Leckerbissen: Die Stahlflex-Leitung.
Performance- oder Endurance Beläge stehen zur Auswahl.
Superschlanker SL Rotor auch in 180 und 203mm: Nachrüstbar bei allen Marta Modellen.
Ventidiscs in 160, 180 u. 203mm Ø sind als Zubehör auch für alle Marta Modelle kompatibel.
13. Wie funktioniert die automatische Nachstellung bei Scheibenbremsen?

Die automatische Belagsnachstellung funktioniert wie folgt:

Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.

Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.

Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.

Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.

Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.

Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.

So funktioniert die automatische Nachstellung....
...und hier animiert, zum besseren Verständnis!
14. Offenes oder geschlossenes System - wie funktionieren MAGURA-Scheibenbremsen?

Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".

OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!

 

 

So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern!  Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!

Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!

Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

 

Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!

15. Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?

NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.

 

ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!

Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.

Transportsicherung IMMER zwischen Beläge stecken, wenn das Laufrad zum Transport demontiert wird.
Bei montiertem Laufrad (oder Transportsicherung),  den Hebel ziehen und wie gezeigt fixieren.
16. Ab wann muss man eine MAGURA-Bremsscheibe ersetzen?

Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).

17. Kann man eine Marta-Bremszange mit Shimano Dual Control Hebeln kombinieren?

KEINE MAGURA Scheibenbremsen-Zange kann mit Shimano Dual Control Hebeln (den integrierten Schalt-Bremsgriffen) kombiniert werden!

Die EINZIGE offizielle MAGURA-Aussage lautet wie folgt: Es war und ist NICHT möglich, diese Einheiten miteinander zu verbinden und zwar aus folgenden Gründen:

  • Die mechanischen und hydraulischen Übersetzungsverhältnisse sind vollkommen unterschiedlich ausgelegt!
  • Selbst wenn Shimano wie MAGURA Mineralöl als Medium verwendet, sind die Öle unterschiedlicher Natur.
  • Es gilt die GENERELLE Aussage: Wer Teile von Herstellern "mischt", verliert SÄMTLICHE Haftungs- und Garantie-Ansprüche (das gilt selbst für "kleinere" Teile der Grundgesamtheit wie Bremsscheiben).

FAZIT: Bitte keine Experimente! Wer sich nicht an die o.a. Aussagen hält, gefährdet sich und andere!

KEINE MAGURA Scheibenbremse kann mit Dual Control Hebel kombiniert werden!
Dual Control Griffe und MAGURA Bremsen können NICHT kombiniert werden!!
18. Aus dem kleinen Loch im Deckel des Ausgleichsbehälters tritt Öl aus, ist das normal?

Bei Verschleiss der Bremsbeläge wird Öl aus dem Ausgleichsbehälter ins Bremssystem geleitet, hierbei zieht sich die unter dem Deckel des Ausgleichsbehälters befindliche Gummimembran zusammen. Das Loch im Deckel des Ausgleichsbehälters ermöglicht einen Druckausgleich, ohne den das Zusammenziehen der Membran nicht möglich wäre. Wurde die Bremse vor kurzem entlüftet, kann sich übergelaufenes Öl zwischen Deckel und Gummimembran befinden. Dieses Öl tritt aus dem kleinen Loch im Ausgleichsbehälter aus, was nicht weiter bedenklich ist. Tritt jedoch über einen längeren Zeitraum immer wieder Öl aus, so sitzt die Membran möglicherweise nicht richtig oder ist beschädigt.

Lassen sie in diesem Fall ihre Bremse vom Fachmann überprüfen, wir empfehlen die MAGURA Passion Point Händler.

Wir empfehlen die Passion Points, echte Spezialisten in Sachen MAGURA!
19. Muss MAGURA Royal Blood regelmässig gewechselt werden? Verändert sich im Laufe der Zeit die Qualität des Royal Blood z.B. der Siedepunkt?

MAGURA Royal Blood altert nicht nennenswert und zieht, im Gegensatz z.B. zu hygroskopischer (=wasseranziehender) DOT-Bremsflüssigkeit anderer Hersteller, kein Wasser - ergo: der Siedepunkt von Magura-Royalblood liegt bei 1013mbar atmosphärischem Normaldruck immer, auch nach Jahren, bei ungefähr +190°C!

Der Siedepunkt v. DOT-Bremsflüssigkeit sinkt dagegen im Laufe der Zeit u.U. auf bis zu +155°C (mind. Nasssiedepunkt v. DOT4)

Fazit: Ein turnusmäßiger Wechsel des MAGURA Mineralöls ist, im Gegensatz. zu DOT-Bremsflüssigkeit, NICHT erforderlich!

Verfärbungen des im Neuzustand blauen Royal Blood Öls ins schwarze hin kommen von Rußpartikeln der Leitung (die damit aus Gründen der UV-Beständigkeit eingefärbt ist), bzw. Abrieb der Kolben und -ringe. Diese schwarze Verfärbung ist kein Grund zur Beunruhigung und hat keinerlei negative Auswirkung auf die Funktion der Bremse.

Übrigens: Manch ein MAGURA-User fährt seit 6-7 Jahren mit einer MAGURA Bremse, ohne sie jemals neu befüllt zu haben.

Royal Blood muss NICHT periodisch gewechselt werden, ist unproblematisch zu Rahmen und v.a. Haut und Augen - sprich absolut schrauberfreundlich!
20. Wie reinigt man eine MAGURA-Scheibenbremse?

Verwenden Sie zum Reinigen einer MAGURA Scheibenbremse

  • KEINE Lösungsmittel!
  • KEINEN Dampfstrahler!
  • KEINEN harten Wasserstrahl!

 Verwenden Sie ein trockenes, sauberes Tuch zum Reinigen v. Scheibe u. Bremszange! ACHTUNG: Für die Scheibe ein separates Tuch verwenden!  

Normalerweise sind warmes Spülwasser und eine Bürste vollkommen ausreichend! ACHTUNG: Öliges Dreckwassser nicht über die Beläge laufen lassen - selbige vorher ausbauen!

Eine verölte Scheibe kann ebenfalls mit warmem Spülwasser gereinigt werden! Anschließend ausreichend mit klarem Wasser spülen!

Alternativ, oder bei extremer Fett- bzw. Öl-Kontamination der Scheibe(!), kann billiger Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke, oder der MAGURA Bremsenreiniger verwendet werden!

Vorsicht: Manche "Bremsenreiniger" des Marktes  enthalten zweifelhafte Inhaltsstoffe, sind evtl. ökologisch bedenklich u. setzen u.U. sogar die Bremskraft ihrer Scheibenbremse herab

Verölte Beläge sind ZWINGEND zu ersetzen!

Ölen Sie auf KEINEN Fall die Kolben der Bremszange!

Fazit: Keep it simple - warmes Spülwasser und ein bisschen Zeit sind die besten Reinigungsmittel!

Warmes Spülwasser: Billig, effizient, ökologisch!
Praktisch, aber kein Muss: Der Bremsenreiniger von MAGURA.
21. Wie schützt man eine MAGURA Bremse vor Bruch bei leichten Umfallern?

Unbedingt Drehmoment der Bremsgriffschraube beachten!!

 

TIPP: Bremsgriff sollte sich mit KRAFT um den Lenker drehen lassen (alter Motocross-Trick!).

Ein durch einen Sturz oder Umfaller zu Bruch gekommener Bremsgriff ist KEIN Garantiefall!

Bremsgriff nur soweit anziehen, dass er sich mit Krafteinsatz noch verdrehen lässt!
MAGURA