

Alle Marta Modelle ab 2009 sind vielseitig einsetzbare Scheibenbremsen für FahrerInnen, die finanziell keine Limits setzen und ein Faible für schöne Teile haben.
Neu 2010:
Marta ist nicht mehr nur eine reine Leichtbaubremse für den Cross Country- bzw. Marathon-Einsatz, sondern über unterschiedliche Bremsscheiben sehrwohl auch für den All Mountain-, Enduro-, aber auch für den Freeride- bzw. Downhill-Einsatz konzipiert bzw. freigegeben! Das heißt: diese sehr leichte Bremse kann auch für die sehr harten Anforderungen im Freeride und Downhill verwendet werden, eben abhängig von der verwendeten Scheibe!
MAGURA empfiehlt für Freeride bzw. Downhill die Scheiben mit dem gelochten SL-Rotor, oder noch besser: die sog. Ventidisc, die Scheibe fürs "Grobe" bei MAGURA - dann idealerweise in 203 mm Ø!
Natürlich ist diese Scheibe etwas schwerer, bietet aber den Vorteil, dass sie vom thermischen Verhalten, vom Gesamtwärmehaushalt der Bremse, so absolut im "grünen Bereich" bleibt, egal unter welchen Bedingungen!
Fazit für das Jahr 2010: MAGURA spricht mit der Marta nicht mehr nur die ursprüngliche Zielgruppe der Leichtbauanhänger an, sondern ist ab sofort universell einsetzbar!
Ansonsten sei noch folgendes angefügt: Es wird immer wieder von Kunden angeführt, MOTORRAD-Scheibenbremsen würden auch nicht quietschen. Das mag ja stimmen, nur sollte man eines nicht vergessen: Bei einem Motorrad wiegen Bremszange und -scheibe locker mehrere Kilogramm. Beim Fahrrad, wo bekanntlich ALLES dem Gewicht untergeordnet ist, kann die wenig vorhandene Masse zu einer Schwingungsproblematik führen, die wiederum zu Quietschen führen kann (nicht muss). Folglich ist ein Leichtgewicht wie eine Marta Disc eher mit einem Quietschrisiko behaftet als unser Schwergewicht, die Gustav M.
Es wird wohl keinem Hersteller von Scheibenbremsen für Fahrräder gelingen, die herrschenden Gesetze der Physik auszuhebeln. Wenig Gewicht = erhöhte Gefahr von Schwingungen = erhöhte Gefahr von Quietschen. Leute, die nicht auf jedes Gramm schauen (das gilt auch für Anbauteile wie Laufräder, Schnellspanner, Federgabel etc.) wissen schon längst: Sie fahren "ruhiger".
Zu guter Letzt: gemäß unseren Erfahrungen quietschen ALLE Scheibenbremsen bei Nässe, zumindest solange, bis der Wasserfilm auf der Scheibe durchbrochen ist.
Stellen Sie sicher, dass die Aufnahmen an Gabel und Rahmen frei von Farb- und Pulverungsrückständen sind. Sollte das nicht der Fall sein, suchen Sie ein Fachgeschäft - idealerweise einen MAGURA Passion Point auf, der Ihnen mit dem Gnann-o-mat, einer Fräse, Ihre Bremszangen-Aufnahmen so bearbeitet, dass Ihre Bremszange astrein montiert werden kann.
Magura empfiehlt daher, neue Bremsbeläge abseits des Strassenverkehrs, aber vorzugsweise auf Aspahlt, in Ruhe einzubremsen. Hierzu sollten sie ihr Fahrrad etwa 30 Mal aus 30 Km/h abbremsen.
ANSCHLIESSEND empfiehlt es sich, die Beläge noch einmal richtig heiss zu bremsen, wodurch die restlichen aus dem Produktionsprozess der Beläge noch vorhandenen Lösungsmittel aus selbigem austreten. Lassen sie hierfür auf einer übersichtlichen Abfahrt bei langsamem Tempo jeweils EINE Bremse dauerhaft schleifen. Sie werden sehr schnell ein starkes Fading (nachlassende Bremskraft) bemerken, was auf den Austritt der Lösungsmittel hindeutet.
Nach dieser Einbremsphase wird die Bremse auf den folgenden Abfahrten deutlich standfester
Es ist immer davon auszugehen, dass im Falle einer Undichtigkeit in aller Regel die Kolbenlaufbahnen in Bremsgriff und -zange Riefen aufweisen. Der Austausch der Kolben allein hilft also in aller Regel gar nichts bzw. ist nur eine Hilfe von kurzer Dauer!
Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen!
Ausnahme: Der Deckel des Ausgleichsbehälters und dessen Dichtung, die sog. Membran, auch Balg genannt! Dieser Deckel inkl. Membran ist auch separat erhältlich und kann bei einer Undichtigkeit gewechselt werden!
Ersatzteillisten sind in den Workshop Handbüchern des entsprechenden Bremsenmodells enthalten, die Sie sich im Format A4 bis zum Modelljahr 2000 im Downloadbereich herunterladen können.
Wir weisen darauf hin, dass werksseitig nicht mehr alle Ersatzteile für frühere Baujahre vorhanden sind! Diese werden, soweit möglich, durch kompatible Baujahre des AKTUELLEN Modelljahres ersetzt.
Kontrollieren Sie deshalb REGELMÄSSIG die Dicke Ihrer Beläge!
Verwenden Sie hierfür die mit Ihrer Bremse mitgelieferte Transportsicherung!
Achtung: Die minimale Dicke eines Bremsbelages inkl. Belagsträger beträgt 2,5mm.
Die Bilder, ferner das Workshop Manual ihrer Bremse zeigen Ihnen, wie die Beläge kontrolliert und nötigenfalls gewechselt werden!
Fast sämtliche Beläge, die auf dem Markt als "billiger, länger haltbar etc." verkauft werden sind "GESINTERTE" Beläge. Bei diesen besteht die Belagsmischung gänzlich aus kleinsten Metallspänen und -verbindungen. Bei Verwendung dieser Beläge riskiert man eine Überhitzung der Bremse mit daraus resultierendem TOTALAUSFALL. Sie verlieren sämtliche Garantie- und Haftungsansprüche gegenüber MAGURA!
Ca. 35% der bei MAGURA eingegangenen Reklamationen sind auf die Verwendung von solchen Belägen zurückzuführen! Eine Reparatur erfolgt in diesem Fall NUR GEGEN BERECHNUNG!. Weisen Sie ggf. Ihren Händler darauf hin, auf welch dünnes Eis er sich begibt, wenn er Ihnen solche Beläge verkauft, bzw. zeigen Sie ihm den Ausdruck dieser Seite!
Abhilfe: Bei der Verwendung der sehr leichten 160 mm SL-Scheiben ist eine andere Bremstechnik anzuwenden, als bei Felgenbremsen, da die entstehende Hitze komplett von der Bremse aufgenommen werden muss.
Darüber hinaus gibt es die Marta optional auch als Handelsversion in Verbindung mit superschlanken 180 und sogar 203 mm Ø Rotoren, was die Standfestigkeit nochmal deutlich gegenüber der 160er Variante erhöht!
Ferner sind auch die SL-Scheiben der Louise, aber auch die Ventidiscs in den Groessen 160, 180 und 203 mm Ø freigegeben! MAGURA empfiehlt die 203 mm Ventidiscs für den Freeride- u. Downhilleinsatz!
Siehe auch Faq Nr.1: "Für welchen Typ Biker ist Marta gedacht?"
v.l.n.r.:
Marta-SL Scheiben mit ungelochtem Reibring für Cross Country u. Marathon
SL-Scheiben mit gelochtem Reibring für All-Mountain u. Enduro
Ventidisc für Freeride u. Downhill!
Je nach Scheibengröße sind auch Überschneidungen im Einsatzbereich möglich!
ACHTUNG: Verwenden Sie AUSSCHLIESSLICH MAGURA Originalersatzteile und KEINE Teile von Fremdanbietern! Dies führt unweigerlich zum Verlust von sämtlichen Haftungs- und Garantieansprüchen und kann, wie in diesem Fall einer 140-er Fremdscheibe eines US-Anbieters, richtig gefährlich werden!
Die Kolben in der Bremszange werden von einem Vierkantring geführt, der in einer Nut der Bremszange sitzt.
Betätigt man nun den Bremshebel, verformen sich die Dichtringe elastisch in Richtung der Bremsscheibe.
Beim Loslassen des Bremshebels kehren die Dichtringe in Ihre Ausgangsstellung zurück und ziehen den Kolben zurück.
Bei zunehmendem Belagsverschleiss kann sich der Vierkantring ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter verformen und lässt den Kolben 'durchrutschen', was die NACHSTELLUNG der Beläge bewirkt.
Sobald die Beläge die Verschleissgrenze erreicht haben, sind die Kolben BEI MONTIERTEN Belägen zurückzudrücken, zu wechseln, und das ganze Spiel beginnt von vorne.
Nebenstehend das Gesagte in Form einer Skizze sowie als Animation.
Magura verwendet bei allen seinen Scheibenbremsen ein sogenanntes
"offenes System" – wie praktisch alle Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen, die heute auf dem Markt sind.
Die Felgenbremsen HS33 und HS11 hingegen arbeiten mit einem "geschlossenen System".
OFFEN bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Mineralöl dank eines
Ausgleichbehälters (AB) über Ausgleichsbohrungen ins oder aus dem System fließen kann - dies allerdings nur dann, wenn sich der Bremshebel in der Ruheposition befindet.
Auf diese Weise erfolgt ein Volumenausgleich über die sogenannte "Schnüffelbohrung" (2), wenn sich etwa bei starker Erwärmung der Bremse das Mineralöl ausdehnt oder bei Verschleiß der Beläge Mineralöl aus dem AB über die Schnüffel- und große Nachlaufbohrung (1) in den Sekundärraum bzw. ins System nachfließt!
So bleibt im Idealfall der Druckpunkt konstant, anstatt bei abgenutzten Belägen näher zum Lenker zu wandern! Das offene System ermöglicht also die automatische Belagsnachstellung und verhindert zusätzlich, dass die Bremse bei starker Erwärmung "zumacht"!
Von außen betrachtet, ist eine solche hydraulische Scheibenbremse selbstverständlich GESCHLOSSEN – es tritt also weder Mineralöl aus noch kann Luft ins System eindringen, weil das Mineralöl im AB durch eine dünne, flexible Membrane von der Außenluft getrennt ist.
Wenn eines dieser beiden Phänomene auftritt, ist die Bremse entweder unzureichend montiert, nicht korrekt befüllt und entlüftet oder defekt.
Scheibenbremsen von Magura können folglich in jeder Einbaulage montiert und/oder transportiert werden, ohne dass hierzu spezielle Maßnahmen erforderlich sind!
Zur Sicherheit kann der Bremshebel gezogen und mit einem Gummiband am Lenker fixiert werden!
Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften) können auf keinen Fall ins System gelangen.
(siehe auch entsprechendes faq: " Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
Der häufig genannte Tipp, den Bremshebel zu ziehen und mit einem Gummiband am Lenker zu fixieren, hat folgenden Hintergrund: Dadurch überfährt der Kolben im Bremsgriff die Schnüffelbohrung - das System ist jetzt geschlossen - und Luftbläschen, die sich fälschlich im AB befinden (durch falsches Befüllen oder Entlüften), können auf keinen Fall ins System gelangen (siehe auch entsprechende FAQ: "Riskiert man Luft in die Bremse zu bekommen, wenn man das Bike auf den Kopf stellt oder z.B. auf die Seite legt?" )!
NEIN, bei einer korrekt befüllten Magura-Discbrake normalerweise nicht! Im Ausgleichsbehälter verhindert eine Gummimembran, dass beim Hinlegen oder Auf-den- Kopf-Stellen des Bikes Luft ins System gerät.
ACHTUNG: Befinden sich im Ausgleichsbehälter allerdings Luftblasen, die dort NICHT(!) hingehören (z.B. durch nicht randvoll u. blasenfrei befüllte ABs) u. stellt man das Bike nun auf den Kopf, wandern diese Luftblasen u.U. gefährlich nahe an die Bohrung des Ausgleichsbehälters. Wird jetzt zusätzlich noch der Hebel betätigt, drückt man diese Luftblasen evtl. ins System!
Deshalb: Entweder den Transport auf dem Kopf möglichst vermeiden oder aber vorher den Bremshebel durchziehen und mit einem Einmach-Gummi o.ä. sichern. Hierdurch wird die Ausgleichsbohrung überfahren und die Luftblase hat keine Chance, ins System zu gelangen.
Die Dicke der Bremsscheibe beträgt neu 2,0mm. Der maximal erlaubte Verschleisswert beträgt 1,7mm (der unserer Erfahrung nach aber nur sehr selten bzw. bei extremsten Gebrauchs- und Umweltbedingungen erreicht wird.).
Die EINZIGE offizielle MAGURA-Aussage lautet wie folgt: Es war und ist NICHT möglich, diese Einheiten miteinander zu verbinden und zwar aus folgenden Gründen:
FAZIT: Bitte keine Experimente! Wer sich nicht an die o.a. Aussagen hält, gefährdet sich und andere!
Lassen sie in diesem Fall ihre Bremse vom Fachmann überprüfen, wir empfehlen die MAGURA Passion Point Händler.
Der Siedepunkt v. DOT-Bremsflüssigkeit sinkt dagegen im Laufe der Zeit u.U. auf bis zu +155°C (mind. Nasssiedepunkt v. DOT4)
Fazit: Ein turnusmäßiger Wechsel des MAGURA Mineralöls ist, im Gegensatz. zu DOT-Bremsflüssigkeit, NICHT erforderlich!
Verfärbungen des im Neuzustand blauen Royal Blood Öls ins schwarze hin kommen von Rußpartikeln der Leitung (die damit aus Gründen der UV-Beständigkeit eingefärbt ist), bzw. Abrieb der Kolben und -ringe. Diese schwarze Verfärbung ist kein Grund zur Beunruhigung und hat keinerlei negative Auswirkung auf die Funktion der Bremse.
Übrigens: Manch ein MAGURA-User fährt seit 6-7 Jahren mit einer MAGURA Bremse, ohne sie jemals neu befüllt zu haben.
Verwenden Sie ein trockenes, sauberes Tuch zum Reinigen v. Scheibe u. Bremszange! ACHTUNG: Für die Scheibe ein separates Tuch verwenden!
Normalerweise sind warmes Spülwasser und eine Bürste vollkommen ausreichend! ACHTUNG: Öliges Dreckwassser nicht über die Beläge laufen lassen - selbige vorher ausbauen!
Eine verölte Scheibe kann ebenfalls mit warmem Spülwasser gereinigt werden! Anschließend ausreichend mit klarem Wasser spülen!
Alternativ, oder bei extremer Fett- bzw. Öl-Kontamination der Scheibe(!), kann billiger Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke, oder der MAGURA Bremsenreiniger verwendet werden!
Vorsicht: Manche "Bremsenreiniger" des Marktes enthalten zweifelhafte Inhaltsstoffe, sind evtl. ökologisch bedenklich u. setzen u.U. sogar die Bremskraft ihrer Scheibenbremse herab
Verölte Beläge sind ZWINGEND zu ersetzen!
Ölen Sie auf KEINEN Fall die Kolben der Bremszange!
Fazit: Keep it simple - warmes Spülwasser und ein bisschen Zeit sind die besten Reinigungsmittel!