
Als Konkurrenz zur gewöhnlichen V-Brake buhlt die hydraulische Felgenbremse von MAGURA um die Gunst der Reisenden. Diese zeichnet sich durch einen geringeren Verschleiß von Bremsbelägen und Felgen aus und ist feinfühliger zu dosieren. Das Handicap der MAGURA ist einzig, dass eine Reparatur etwas aufwändiger ist.
Doch eine Bremspanne ist eher theoretisch, haben sich die Bremsleitungen in der Praxis doch als nahezu "unkaputtbar" erwiesen.
Zweieinhalb Millionen verkaufte Einheiten sprechen eine deutliche Sprache, die MAGURA HS 33 gehört zu den Klassikern unter den Felgenbremsen. Besonders Reiseradler wissen die Bremse wegen ihrer enormen Bremspower, der Wartungsfreiheit des geschlossenen Hydrauliksystems und des schnellen Belagswechsels zu schätzen. Wer die HS 33 jedoch an seinem Rad nachrüsten wollte, musste erst einmal die Hürde der etwas kniffligen Montage nehmen. Sogar für technisch versierte Hobbyschrauber wurde die Justage der Bremszylinder zur Felge und die Einstellung der Gegenhalter an Gabel und Hinterbau oft zum Geduldspiel. Ein weiterer Kritikpunkt vieler Kunden war die ungesicherte Unterlegscheibe unterhalb der Schnellspanneinrichtung, die bei einer Reifenpanne oder beim Autotransport schnell verloren ging. Dafür gab es zwar eine Lösung, viele haben das aber wohl nicht gewusst. Hier haben die Entwickler angesetzt und mit dem EVO 2 Befestigungssystem alle Schwachstellen beseitigt.
Problem gelöst
Basis des EVO 2 Systems ist die neu gestaltete Montageplatte, die nun als Grundplatte hinter der Bremse liegt und gleichzeitig auch die Funktion des Gegenhalters übernommen hat. Dadurch ist das System in sich geschlossen, die einzigen Kontaktpunkte zum Rad sind die eigentlichen Bremssockel. Bei der Montage kann man sich nun ganz auf die Ausrichtung der Bremszylinder zur Felge konzentrieren, was mit der beigelegten Montageanleitung ein Kinderspiel ist. Auch die Unterlegscheiben liegen nun hinter der Montageplatte und können nicht mehr herunterfallen - Problem gelöst!
Wenn man von den Montagevorteilen absieht, lieg die eigentliche Neuerung der HS 33 bei den Bremsgriffen, die ergonomisch komplett überarbeitet wurden. Ein kompaktere Form, ein weiter nach innen gezogener Zweifinger- Bremshebel und ein in den Hebel integriertes Drehrad für den Bremsbelagsausgleich stehen auf der Habenseite. Das Hydrauliksystem und damit die Bremsleistung haben sich nicht geändert, erfreulicherweise sind sogar die meisten Teile wie z.B. die Bremsbeläge zur alten HS 33 kompatibel.
FAZIT
An der eigentlichen Funktion der HS 33 hat sich nichts geändert, ihre Bremsleistung ist und bleibt hervorragend. Bei unseren Testfahrten schien es uns zwar, dass die Montageplatte etwas mehr nachgibt als wir das vom früheren System her kannten, beim Bremsen spürt man aber keinen Unterschied. Begeistert hat uns der neue Bremshebel, der sehr gut in der Hand liegt und besonders Radlern mit kleinen Händen entgegenkommt. Auch die nach vorne weglaufende Bremsleitung kann bei der Verwendung von Lenkertaschen von Vorteil sein. Wirklich gut ist auch die Erstmontage der Bremse, wobei man immer bedenken muss, dass dieser Vorteil einmaliger Natur ist und dementsprechend schnell vergessen ist. Ob die Vorteile der neuen HS 33 den Anschaffungspreis von 179,90 Euro rechtfertigen, sei jedem selbst überlassen.
Ein hervorragendes Produkt ist sie auf jeden Fall.
MAGURA liefert top funktionierende Beläge für Alu- und Keramikfelgen, die sich einfach in den Bremskolben aus- und einklicken lassen. Dosierbarkeit und Bremsleistung bewegen sich am oberen Level aller Felgenbremsen - ein Rundum-sorglos-Konzept. Wunderbarerweise quietschen die Bremsen auch viel weniger als ihre Felgen-marternde Verwandtschaft. Schrille Töne verweisen oft auf lose Speichen.
Ein heißer Tipp für Tourenfahrer und Fernreisende.
Wer sich für die HS 33 entscheidet, muss keinen Gedanken mehr an Reparaturen oder mangelnde Bremsleistung verschwenden. Fahren, nicht Schrauben ist die Devise.
Echte schwäbische Wertarbeit!
Jahraus, jahrein empfiehlt Mountain BIKE die MAGURA HS 33, wenns um Zuverlässigkeit und Wartungsarmut geht. Wobei die Bad Uracher öfters mal die Farbe wechseln wie jetzt mit dem neuen SID-blau und Modifikationen eher im Stillen stattfinden: Mit dem modifizierten Evolution-Adapter ist die hydraulische Kult-Bremse sogar leichter als Shimanos XT-V-Brake!
Die ERSTMONTAGE erfordert viel Zeitoder Erfahrung, doch dann muss man nur noch die Bremsklötze wechseln - sekundenschnell und werkzeugfrei.
Die BREMSWIRKUNG ist trocken gut, bei Regen auch.
Die BREMSDOSIERUNG ist dank definiertem Hebelgefühl die beste aller Felgenbremsen.
Im PRAXISTEST erhält die HS 33 Topnoten in Bremsfeeling und Ergonomie. Dazu vermeidet die ausgereifte Hydraulik typische Seilzugschwächen bei der Wartung.
FAZIT: Auf die HS 33 kann man sich verlassen wie auf die Qualitäten eines VW Golf. Daher ist sie vor allem für Vielfahrer erste Wahl - sogar noch vor den Discs.
TESTURTEIL SEHR EMPFEHLENSWERT/MB-TIP