


Felgenbremsen: Geschlossenes System OHNE Ausgleichsbehälter (ist hier nicht notwendig, da die Felgenbremsen thermisch keine Probleme aufwerfen).
Scheibenbremsen: Offene Systeme MIT Ausgleichsbehälter (notwendig, weil das Öl hier sehr warm werden kann und sich ausdehnen muss).
Schraubt man nun einen Felgenbremsen-Griff an eine Scheibenbremse, droht Totalausfall aufgrund eines "Zumachens" der Bremse. Ferner unterscheidet sich der Kolbendurchmesser des Gebers einer Felgenbremsen deutlich von dem aktueller MAGURA-Scheibenbremse - Folge: Ein Scheibenbremsengeber in Kombination mit einer Felgenbremse ließe den Hebel bis zum Lenker wandern, ohne dass sich die Beläge kraftvoll an die Felge anlegen würden! Erfgebnis: Bremswirkung gleich Null!
Fazit: Finger weg von solchen Bastel-Lösungen!
Sollten Sie ein Hardtail haben, das rahmenseitig keine Anbauaugen für Disc-Stopper hat, folgender Tipp: Vorne MAGURA Scheibenbremse, hinten MAGURA HS 33, die es auch als EINZELBREMSEN zu kaufen gibt.
Grund hierfür ist erstens das Grundprinzip der Bremse (Öl kommt über Hauptleitung an und wird über die Verbindungsleitung umgeleitet), vor allem aber Toleranzen der Rückstellfedern in den Bremszylindern, die untereinander variieren können. Hat jetzt noch eines der Nehmerkolben eine strammere Dichtung, wird zunächst die "Losbrechkraft" des einen Nehmers überwunden, bevor der andere ausfährt! Wollte man dies werksseitig beheben, müssten identische Nehmerkolben-Paare gefunden u. kombiniert werden, was die ansich günstige Bremse konstruktiv ernorm verteuern würde!
Tipp: Bremszylinder in der Grundeinstellung korrekt zur Felge positionieren (d.h. Abstand Belag/Felge 2mm beiderseits) und TPA bzw. Nachstellschrauben nur zum Belagsverschleißausgleich und eben nicht zum Ausgleich von viel zu weit von der Felgenflanke positionierten Belägen verwenden!
Die optisch störende, ungleiche Kolbensynchronisation wird so wesentlich verbessert.
Wie das gemacht wird, können Sie im Workshop Manual lesen, das nebenstehend downzuloaden ist.
Hauptvorteile des EVO 2 Systems sind:
Die Frage, ob sich eine Nachrüstung an eine bereits montierte MAGURA Bremse lohnt, möge jeder selber unter den o.a. Gesichtspunkten entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass eine Bremse mit EVO 2 System eingebremst werden sollte, wozu bereits einige wenige Bremsungen ausreichen. Insbesondere bei neuen Fahrrädern kann so einem ggf. auftretenden Quietschen zuverlässig abgeholfen werden.
Mit dem neuen EVO 2 System geht das ohne Probleme (siehe Workshop Handbuch).
Sollten Sie einen Evolution-Adapter als Montageteil verwenden, benötigen Sie ZWINGEND den bei MAGURA als Auslaufteil geführten RAT Booster, da die Abstützungen des Evolution-Adapters leider zu kurz sind.
GANZ WICHTIG: Der RAT Booster passt NUR in Verbindung mit den Evolution-Adaptern mit SCHWARZER Kunststoff-Abstützung!
Das nebenstehende pdf beschreibt die korrekte Montage.
Wer DOT in eine MAGURA füllt, lebt gefährlich. Es zerfrisst schleichend die Dichtungen der Bremse, was zwangsläufig zum Totalausfall führt.
Die Verwendung von anderen Ölen (wie Nähmaschinenöl etc.) empfehlen wir mittlerweile auch nicht mehr, da diese Öle meistens Additive enthalten, über deren langfristige Auswirkungen auf die Dichtungen man keinerlei zuverlässige Information geben kann.
Deshalb ist im Falle einer Undichtigkeit ist IMMER der komplette Bremsgriff oder der komplette Bremszylinder auszutauschen. Ersatzteillisten gibt es im Downloadbereich, zu dem Sie kommen, wenn Sie links auf in der Navigation "Downloads" clicken.
Die z.Zt. verkauften Bremsbeläge sind mit ALLEN früheren MAGURA Felgenbremsen kompatibel.
Unser Tipp: nachdem Mavic die Oberfläche der Keramikfelgen nochmals abrasiver (sprich: rauher) gemacht hat, empfehlen wir wieder verstärkt den grauen Standardbelag für diesen Felgentyp.
ACHTUNG: NUR FÜR SPEZIALISTEN!!! (Montageaufwand!!!)
Wir empfehlen ferner die Verwendung von Gebern mit 16mm Kolben (HS 11, HS 22). Hinweis: Ein Rad mit solch einer Bremse ist nicht mehr Stvzo. zugelassen!!
Es gibt zwei Möglichkeiten für die Kombibremse:
Lösung 1:
Zwei Nehmerzylinderpaare werden über die Entlüftungsbohrung miteinander verbunden (mittels Stutzen M6!, siehe RECHTE Alternative auf dem gezeigten Bild)
Nach der Montage wird die Bremse wie gehabt entlüftet, also von den Bremszylindern in Richtung Bremsgriff (der am Lenker montiert ist).
Lösung 2:
Am Bremsgriff wird an dessen Entlüftungsbohrung ein zweites Nehmerzylinderpaar angeschlossen (siehe LINKE Alternative auf dem rechten Bild).
Vorteil:
Der Lenkeinschlag ist freier wie bei Lösung 1.
Nachteil
Die Bremse muss VOR der Montage entlüftet werden, da die klassische Entlüftungsmethode nicht mehr funktioniert, weil die Entlüftungsbohrung am Griff zweckentfremdet wurde. Deshalb: Bremse nach der Konfektierung korrekt entlüften. Hierbei darauf achten, dass das zweite Nehmerzylinderpaar mit der Entlüftungsbohrung HÖHER liegt als das restliche System (also z.B. auf eine Tischplatte legen).
Das nebenstehende Bild zeigt die beiden besprochenen Lösungen nochmals im Detail.
Für die Arbeiten werden ein Servicekit und eine gute Stunde Zeit benötigt.
Hin und wieder tauchen solche Teile auf Börsen und in Ebay auf.
Unten links nebenstehend als Service eine grosse Skizze als pdf zum Download mit den Bügeln, die es in unterschiedlichen Längen gab. Gängige Bügel waren v.a. die Bügel C und D.
Leider nein, da die Farben in aller Regel Dreischichtlacke sind. Untenstehend die RAL-Farbtöne von MAGURA Felgenbremsen-Modellen der letzten Jahre. Im Autozubehör-Handel gibt es zumindest die eine oder andere Farbe, die den MAGURA Farben ähnlich sind, als Lackstifte im Angebot!
Sämtliche MAGURA Bremsen werden als Gesamtsystem im Werk getestet. Wird das Gesamtsystem verändert (im Sinne von Austausch einzelner Parameter) kann das böse ins Auge gehen. Was hart klingt, hat nur eines im Sinn: Die Sicherheit unserer Kunden, die geht uns nämlich über alles.
Generell ist zu sagen, dass auch MAGURA Felgenbremsen bei Eis und Schnee an Limits kommen. Hochgewirbelter Schneematsch friert sehr oft auf Felgenflankenhöhe sofort wieder an, das Resultat kann eine komplett ausbleibende Bremswirkung sein.
Deshalb sind Tipps wie das Fetten der ausgefahrenen Kolben (bei vorher ausgeklipsten Belägen) zu relativieren.
Erfahrene Winterfahrer wissen es schon lange: hier schlägt die grosse Stunde von Scheibenbremsen, auch bei widrigsten Bedingungen in Eis und Schnee mit Top-Bremsleistung aufwarten.
Im Plusbereich gibt es keine Grenzen nach oben, was Wüstendurchquerungen unseres Extrem-Testers TTilmann Waldthaler eindrucksvoll bestätigt
Es gibt MAGURA user, die seit 6-7 Jahren mit einer MAGURA Bremse ohne sie jemals neu befüllt zu haben.
Warmes Spülwasser und Bürste sind vollkommen ausreichend. Die Nehmerkolben können nach Ausklipsen der Beläge ggf. noch mit etwas Teflonspray behandelt werden, die Kolben selber reinigt man am besten mit einer alten Zahnbürste.
Es soll auch Anwender geben, denen die MAGURA mit Brake Booster zu brutal ist. Diese demontieren dann oft den Brake Booster. Das dann oft zu beobachtende "Atmen", also Verbiegen von Rahmen und Gabel bei anliegenden Bremsbelägen ist kein Grund zur Panik. Es ist festzuhalten, dass die Modulation einer Bremse OHNE Brake Booster unter Umständen besser ist!
Generell entscheidet bei dieser Fragestellung das subjektive Empfinden, und das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Ein durch einen Sturz oder Umfaller zu Bruch gekommener Bremsgriff ist KEIN Garantiefall!